Tödliche Weihnachten (5)

Herrn G. wurde vor Weihnachten gekündigt?“

„Wieder nein. Er hat das Schreiben Ende November bekommen.“

„Was hat er denn so lange getrieben?“

„Das werden wir herausfinden müssen. Sie sind Single, wie ich von der jungen Kollegin weiß, mit der sie versucht haben zu flirten.“

Knutsen wurde rot im Gesicht. Er war froh darüber, dass man ihm das in der Dunkelheit nicht so ansah.

„Was soll das heißen?“

„Ganz einfach. Sie haben morgen nichts vor. Freuen sie sich, sie brauchen den ersten Weihnachtsfeiertag nicht vorm Fernseher zu verbringen. Wir sehen uns um acht auf dem Revier?“

„Wie komme ich denn jetzt nach Hause?“

„Der Kollegen von der Spurensicher wird sie mit nehmen. Ich muss dringend ins Bett. Sie wissen ja, das Alter.“

Der Kollege von der Spurensicherung verdrehte die Augen vor Begeisterung. Knutsen war wenig begeistert. Sein Weihnachten hatte er sich auf jeden Fall anders vorgestellt. Seit dem Tod seiner Eltern verbrachte er die Feiertage am liebsten alleine. Missmutig folgte er Merichs zu seinem Wagen.

„Und, was meinen sie als Fachmann zu unserem Toten?“ Knutsen versuchte wenigsten ein bisschen Smaltak, während Merichs brummelnd den Wagen steuerte.

„Mhm. Ich denke, es gäbe zumindest ein Motiv für den Selbstmord, wenn es denn einer war.“

„Was meinen sie damit, wenn es denn einer war?“

„So wie ich es gesagt habe. Sicher sind wir erst, wenn wir den Laborbericht haben.“

„Gibt es denn Zweifel?“

„Die sollte es immer geben. Ermittlung folgt dem Prinzip des Auschlusses und dient nicht dazu, Annahmen zu bestätigen.“

Knutsen entfuhr ein Seufzer. Das hatte er schon bereits gehört. Er nah seine Mütze ab und strich sich eine Locke aus dem Gesicht. Eigentlich hatte er vor gehabt, heute Abend noch ein gepflegtes Bier trinken zu gehen, aber daraus würde nichts werden. In Uniform konnte er sich nirgends reinsetzen und bis er umgezogen war, wäre auch die letzte Spelunke zu.

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