Die Party geht nicht weiter

Nach dem tragischen Ende der Loveparade am vergangenen Wochenende wird nach Ursachen geforscht. Immer stärker wird auch die Kritik an den Veranstaltern.

Verantwortung will bisher keiner übernehmen. Weder der Veranstalter, die Polizei oder die Stadt. Es kann aber schlichtweg nicht sein, dass es plötzlich keiner gewesen sein will. Vor allem dann nicht, wenn im Vorfeld eindringlich von sehr unterschiedlichen Seiten nicht nur Kritik geäußert, sondern auch gewarnt worden ist.

Ein viel zu kleines Veranstaltungsgelände, fehlende Fluchtwege, nur ein Zu- und Ausgang durch einen Tunnel – so was kann nur schief gehen. Die Veranstaltung der Loveparade in Duisburg war grob fahrlässig.

Unabhängig von persönlicher Schuld muss dafür jemand zumindest politisch die Verantwortung übernehmen. Insbesondere dann, wenn auf einen Polizeipräsidenten, der sich heftigst gegen die Austragung in Duisburg ausgesprochen hat, politisch Druck ausgeübt wurde – bis hin zur Drohung mit seiner Absetzung.

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland sollte, wenn er nur einen Funken Anstand besitzt, von seinem Amt zurücktreten. Es geht nicht um individuelle Schuld, sondern es geht vor allem um ein Zeichen die Angehörige der Toten und überlebenden Opfer.

Auch wenn es sich archaisch anhört, unsere Gesellschaft braucht einen Sündenbock. Er ist die Voraussetzung für den Heilungsprozess, auch wenn der noch andauern wird. Übernimmt niemand die Verantwortung, behaupten alle nach wie vor, nicht sie sondern irgendwelche anderen oder sogar lediglich die Umstände seien Schuld gewesen, bleibt Duisburg eine Wunde, die nicht verheilen wird. Angst, Verzweifelung und Wut werden sich dann einen anderen Weg suchen als den über Trauer und Vergebung.

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