Sterbegeld

Nach dem in dem gestern die Berichte über den von Insolvenz bedrohten Fußballverein Arminia in der Neuen Westfälischen schon das Ausmaß einer Kriegsberichtserstattung angenommen hatten, fiel gestern Abend das endgültige Urteil. Die Mehrheit der Ratsfraktion war lediglich bereit, dem maroden Zweitligisten 500.000 Euro zu pumpen.

Das dürft von den meisten Fans wohl er als eine Art Sterbegeld angesehen werden, da dieser Betrag nicht ausreicht. Was für viele insbesondere in der Bielefelder SPD wie der Untergang des Abendlandes angesehen wurde, war sachlich betrachtet eine richtige Entscheidung. In Zeiten knapper Kassen ist es einfach nicht einzusehen, warum die Stadt einspringen soll für Arminia.

Einen sehr merkwürdigen Geschmack bekommt die Diskussion auch auf parteipolitischer Ebene dadurch, dass mit dem designierten Präsidenten des Vereins, Wolfgang Brinkmann, ein SPD-Parteimitglied im Rampenlicht stand, dass auch noch Chef der Bielefelder Stadtwerke ist. Folgerichtig war daher die Entscheidung, die Dalehnszusage an die Bedingung zu knüpfen, Brinkmann müsse sich zwischen einem der zwei Ämter entscheiden.

Die Absage an ein Millionenkredit ist nicht bitter für die Fans, wie die NW schreibt, sondern es ist eher bitter, auf welche Art und Weise über die Presse versucht wurde, Mitglieder der anderen Parteien, die im Stadtrat vertreten sind, unter Druck zu setzen. In einer anderen Welt, wo Herr Brinkmann vielleicht ein schwarzes Parteibuch hätte, wäre die Entscheidung der SPD-Rastfraktion und ihr Engagement für Arminia sicher anders gewesen.

Wenn kein Wunder geschieht und die Wirtschaft den strauchelnden Arminen jetzt noch die rettende Hand reicht, dann wird in Bielefeld bald ein gebrauchtes Fußballstadion einen neuen Verwendungszweck suchen. Die entnervten Anwohner rund ums Stadtion werden da sicher keine Tränen vergießen. Abschließend könnte man die Fans mit der Aussicht aufmuntern, dass Arminia nie mehr 2. Liga spielen wird – andere Bundesligaverein wären froh darüber.

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