Fernsehduell NRW

Gleich vorweg sei gesagt, dass ich mir das Fernsehduell zwischen Hannelore Kraft und Jürgen Rüttgers nicht angesehen habe. Und das, obwohl es vorher noch eine mehr als peinliche E-Mail von der Landes-SPD gab, sich das Duell in Form einer Party gemeinsam mit Freunden anzusehen.

Mal ganz ehrlich. Hätte ich das getan, wären das jetzt vermutlich alles Ex-Freunde. Die Bewerber um das Amt gefallen mir nicht – unabhängig von meiner und ihrer Parteizugehörigkeit. Wenn sich Jürgen Rüttgers für einen zweiten Johannes Rau hält, dann ist das kein Thema für den Wahlkampf, sondern für einen Psychologen-Kongress.

Ebenso wenig gefällt mir das Streben nach Macht um der Macht Willen. Das Thema hatten wir an dieser Stelle schon mehrfach und ich fühle mich sehr wohl in meinem Ortsverein, so dass ich darauf nicht weiter eingehen werde.

Zurück zum TV-Duell. Solche Veranstaltungen sind nur dann interessant, wenn in freier Rede mit rethorischer Finess gekämpft wird. Das war nicht zu erwarten. Vielleicht liegt es auch daran, dass das TV-Publikum so was nicht erwartet und eher abschalten würde. Zumindest scheinen das viele zu glauben.

Besser und amüsanter wäre es, wenn sich so ein TV-Duell an „Schlag den Raab” orientieren würde. Das erhöht garantiert die Einschaltquote in der Wahlrelevanten Zielgruppe. Bei Absinken der Wahlbeteiligung könnte so ein Duell auch direkt die Wahl ersetzen. Früher verlief ein anständiges Duell – aber soweit wollen wir nicht gehen, denn es reicht schon, wenn in der Wahlurne die Stimme bestattet wird.

Abschließend noch zum Alternativeprogramm. DER CHEF und ich waren gestern auf einer Ortsvereinssitzung. Bis auf das Ausfüllen des dämlichen Fragebogens war das wesentlich spannender als ein TV-Duell.

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