Alles Regal

Alles Regal

Über den Supermarkt, wo DER CHEF und ich jede Woche einkaufen gehen, habe ich schon des Öfteren geschrieben. In der Regel habe ich über Personal, Organisation, Preise oder ähnliches gelästert. Am vergangen Freitag habe ich was erlebt, bei dem mir jeder Witz im Halse stecken geblieben ist.

Wer so lange bereits in ein und dem selben Supermarkt einkauft, der merkt sich auch bei einem phänomenal schlechten Gedächtnis für Gesichter doch die eine oder andere Person, die im Laden beschäftigt ist. Von denen, die nicht an der Kasse oder an der Fleisch- und Käsetheke arbeiten, sondern unter anderem für das Auffüllen der Regale zuständig sind, waren an diesem Freitag keine Mitarbeiter mehr da. Statt dessen wuselten überall bei real,- Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma herum, deutlich an ihrer Bekleidung erkennbar.

Machen wir uns nichts vor: die Menschen, die dort arbeiten, verdienen deutlich weniger als das ursprüngliche Personal im Supermarkt. Wenn wir einkaufen und so tolle Werbesprüche wie „über 100 Artikel im Preis gesenkt” lesen, sollten wir wissen, warum die Preise gesenkt werden konnten. Den zahlen in diesem Fall die Mitarbeiter. Das sich das auch direkt auf die Qualität des Supermarkts auswirkt, hat die Geschäftsleitung wohl übersehen. Wer mit offenen Augen einkauft, wird zumindest beim real,- in der Teutoburger Straße in Bielefeld, so mein Eindruck, feststellen, dass die Regal schlecht bis gar nicht aufgefüllt werden. So banale Sachen wie Backpapier waren am Freitag nicht zu bekommen.

Auch die Philosophie, immer mehr Markenartikel durch Eigenmarken zu ersetzen, empfinde ich als extrem störend. Erkennbar zum Beispiel an Dosenlinsen. Die große Dose von Bonduell gibt es nicht mehr, nur noch die kleinen, deutlich teureren. Als Ersatz steht dann eine große Dose von real,- im Regal. Unwichtig? Nein, ich will meine Dosenlinse ohne Suppengrün. Außerdem bin ich bei Lebensmittelmarken extrem konservativ – gerade bei Konserven.

2 Replies to “Alles Regal”

  1. Mir ist auch schon aufgefallen, dass, egal wo ich abends einkaufe, ob im Netto oder im Centralkauf, ich immer länger an der Kasse anstehen muss. Da werden die bittenden Rufe von hinten („Könnten Sie mal ne weitere Kasse öffnen?“) einfach ignoriert, weil einfach kein Personal mehr da ist.

    Sparmaßnahmen oder Schweinegrippe?

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren