Möhren untereinander

Möhren untereinander

Es gibt Gerichte aus der Kindheit, bei deren bloßer Erwähnung man am liebsten weglaufen und sich mit einem Strandtuch ans nächste Sommerloch legen möchte. Unglücklicherweise befindet sich im Sommerloch kein mit Colibakterien verseuchtes Wasser, sondern Nachrichten.

So heisst es in der Presse, dass Sarah Conner für deutsche Soldaten in Afghanistan singen will. So mancher aus der Truppe wird wohl hoffen, rechtzeitig vorher von den Taliban erschossen zu werden, damit ihm Conner erspart bleibt.

Auf der anderen Seite der Empörung steht ein goldener Gartenzwerg, der seinen Arm zum Hitlergruß reckt. Das gegen den Künster die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt, bleibt unverständlich, denn das mit der Darstellung das Herrenmenschentum der Nazis gehörig durch den Kakao gezogen wird, ist naheliegend bei der Motivwahl.

Das dagegen jeder zweite Deutsche den Text der Nationalhymne nicht kennt, sollte dagegen nachdenklich stimmen. Möglicherweise liegt es daran, dass ihr die Eingänglichkeit fehlt. Wer jedoch genauer die Ergebnisse der Emnid-Studie betrachtet wird feststellen, dass gerade die Jugend den Text besser kennt als die über 60-Jährigen – vermutlich, weil die Senioren noch ganz andere Strophen im Kopf haben.

One Reply to “Möhren untereinander”

  1. Ist doch klar, dass die überkorrekten politischen Bedenkenträger den Gartenzwerg lieber verschwinden lassen wollen, könnte er doch die über 60-jährigen dazu animieren, die anderen Strophen der Hymne auch noch zu singen. Sarah Connor dürfte erstaunt sein, dass die Hymne noch soviel Strophen hat, wo sie doch bei einer schon so ihre Probleme hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren