Politische Applaustage

Ob es bei Parteitagen hauptsächlich darum geht, sich selber zu beklatschen, sollte jeder lieber selber beurteilen. Auffällig ist jedenfalls, dass Parteimitglieder nach solchen Großveranstaltungen wie am Wochenende bei der SPD immer wie berauscht wirken.

Über das Personal an der Spitze kann man sich bei den Sozialdemokraten derzeit nur wundern. Programatische Verjüngerung bezieht sich derzeit nicht auf das Parteiprogramm, sondern wohl eher darauf, eine vierzig Jahre jüngere Frau zu haben. Aber gut, dass ist Privatsache und eine andere Definition von „Mitte der Gesellschaft”.

Das bei Stichwörtern wie Staatsverschuldung, Hartz IV, und Linkspartei nicht gefragt wird „Wer hats erfunden?” sondern lieber bei Begriffe wie Mindestlohn, Managergehälter und ähnlichem, ist nachvollziehbar, auch wenn die Methode, sagen wir mal, etwas populistisch ist.

In der Rede des derzeit letzten Hoffnungsträgers der SPD vor dem Abstieg in die Kreisklasse dürfte sich vor allem der linke Parteiflügel gut aufgehoben fühlen. Nico Fries von der Süddeutschen Zeitung schreibt dazu:

Es ist eher eine linke Rede, was man zum Beispiel daran sehen kann, dass Andrea Nahles in einer Frequenz zu Steinmeiers Sätzen nickt wie ein Wackeldackel im Heck eines Porsches bei Tempo 190.

Ein schönes Bild. Vor allem zeigt es woran die SPD vermutlich derzeit krankt. Schuld ist, ganz offensichtlich, das Kampfhundverbot. Die Partei braucht keine Dackel oder Schmusekurstiger mit den Dritten im Glas, sondern Frontschweine und eben bissige Kampfhunde. Um es auf den Punkt zu bringen: es steckt zu wenig Schröder in Steinmeier.

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