Der Hypochonder

Der Hypochonder

Es ist kein Zufall, das es der Hypochonder und nicht die Hypochonder heißt – es sei denn, es steht eine Gruppe von Männer zusammen. Aber damit ist die Katze schon aus dem Sack. Hypochonder meistens Männer. Das dies so ist, zeigt auch die Literatur. Unvergesslich ist Der eingebildete Kranke von Molière.

Die Realität ist, wie so oft, etwas komplizierter. Untereinander geben Männer oft den harten Kerl. Das geht soweit, das Arztbesuche nur dann statt finden oder wenn Männer essentiell wichtige Gliedmaßen abhanden gekommen sind – zum Beispiel die Hand, mit der die Bierflasche gehoben wird oder die Beine, mit denen Mann an der Theke steht. Das erklärt dann auch, warum Frauen tatsächlich länger leben.

Wehe aber, wenn der Mann in seinen eigenen vier Wänden ist, gar noch mit einem Weibchen an der Seite. Dann wird aus dem härtesten Kerl ein Weichei, bzw. Waschlappen. Schon leichte Kopfschmerzen führen dazu, dass er den ganzen Tag jammernd auf dem Sofa liegt und sich bedienen lässt – wobei er das auch im gesunden Zustand macht. In dem ist er aber etwas erträglicher, weil er nicht Mut weinerlicher Stimme alle zehn Minuten sein baldiges Ableben prophezeit.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren