Es gibt Steak, Baby!

Es gibt Steak, Baby!

Es gab vor einigen Jahren mal eine Phase, da habe ich mich konsequent vegetarisch ernährt. Unwohl habe ich mich dabei nicht gefühlt, aber trotzdem fehlte mir was. Nicht in Bezug auf bestimmte Nährstoffe, sondern einfach deshalb, weil ich gerne Fleisch esse. Mir schmeckt es, würde ich mal sagen.

Soweit, so gut. Es gab aber damals einen guten Grund, sich vegetarisch zu ernähren: die Art und Weise, wie Fleisch produziert wird. Die Tatsache, dass der Luxus der täglichem Verfügbarkeit und die Abstraktion verarbeiteter Ware, die nichts mehr mit dem einstigen Lebewesen zu tun hat, im höchsten Maße pervers ist. Besonders dann, wenn Überfluss hinzukommt und Lebensmittel hierzulande weggeworfen werden, während andere hungern. Welches Leid auf Seiten der Tiere wir mit robuster Ignoranz in Kauf nehmen, verschweigen wir mal lieber.

Kommen wir aber zurück zu mir. Relativ am Anfang meines Studiums endete die vegetarische Phase ganz plötzlich. Ich merkte einfach, dass auch bei mir der Geschmack und die Lust auf Fleisch auf Dauer nicht von einem schlechten Gewissen in Schach gehalten werden kann. Was folgte, war der Rückfall in die Barbarei.

Überspringen wir das dunkle Mittelalter und wenden uns dem Heute zu, Seit einiger Zeit steht wieder vermehrt Biokost auf dem Speiseplan. Preislich ist da mittlerweile kein großer Unterschied. Den gibt es dann aber im Geschmack. Wer es nicht glaubt, soll sich mal konventionelle Tomaten und welche aus dem Bioladen besorgen. Dennoch möchte ich niemanden etwas vormachen, denn es gibt doch bestimmte Dinge, die im Bioladen wesentlich teurer sind: Fleisch und Geflügel.

Bevor jetzt jemand anfängt zu meckern, sollte er sich ein paar Fakten verdeutlichen. Das Fleisch so günstig ist, liegt an der rücksichtslosen Massentierhaltung. Die ist aber nur das Ergebnis unserer Wünsche, täglich Fleisch auf dem Teller haben zu können. Das geht nicht nur zu Lasten der Tiere, sondern auch der Produzenten, denen nicht viele Alternativen bleiben. Aus der Mode gekommen ist der klassische Sonntagsbraten, beziehungsweise die Zeit, als Fleisch noch etwas war, was es höchstens zweimal die Woche gab.

Mittlerweile sind wir so geprägt, dass auch nur ein Tag ohne Fleisch unvorstellbar erscheint, obwohl wir dadurch im wahrstem Sinne des Wortes den gesamtem Planeten auffressen.

Gibt es einen Ausweg? Das muss jeder für sich entscheiden. Ich für meinen Teil habe meinen Fleischkonsum deutlich reduziert und versuch, dass Fleisch, was ich dann auf dem Teller noch habe, aus dem Bioladen zu kaufen. Zwar wird dafür auch ein Tier geschlachtet (sehen wir mal von der berühmten Tofu-Wurst ab), aber es wurde vorher unnötige Quälerei vermieden und es wurde auf eine Artgerechte Haltung geachtet. Das merkt man dann bei jedem Bissen.

3 Replies to “Es gibt Steak, Baby!”

  1. Du hast recht, es muss nicht jeden Tag Fleisch geben. Ich kenne jede Menge leckere Gerichte ohne Fleisch.

    Das größte Problem von dem wir befallen sind ist Ignoranz. Andererseits muss ich sagen, ich verzichte gerne auf Bio, wenn es mit dem Lkw quer durch Europa gekarrt wird. Als Beispiel sei hier die Naturgut-Gurke bei Penny genannt, die aus Bulgarien kommt. Vom Geschmack her kann sie komischerweise mit der Holland-Gurke nicht mithalten.

    Abschließend kann ich aber konstatieren, dass ich inzwischen auch verstärkt auf Bio setze, weil es einfach besser schmeckt.

  2. @Michael: Es kommt bei Bio immer darauf an, wo man einkauft. Ideal ist ein Bio-Supermarkt, der deutlich günstigere Preise als der „klassische“ Bioladen bietet. Eine gute Alternative sind auch Bio-Produkte zum Beispiel beim Discounter. Wir haben zum Beispiel sehr gute Erfahrungen mit dem Biofleisch von plus gemacht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren