Bilder im Kopf

Eines der Gebote lautet, sich kein Bildnis zu machen. Dabei machen wir ständig genau das. Wir versuchen, nicht nur Gott zu fassen, sondern auch und vor allem unsere Mitmenschen. Wir machen uns ein Bild von ihnen, stellen uns vor, wer sie sind, wie sie sind und wenn wir sie noch nie gesehen haben, wie sie aussehen.

Die Bilder, die auf diese Weise im Kopf entstehen, weichen von der Wirklichkeit ab, weil die Bilder von unseren Vorstellungen geprägt sind. Von dem, was wir glauben zu wissen, was wir hoffen.

Ernüchterung tritt dann ein, wenn das Bild mit aller Wucht auf die Realität trifft. Die freundliche Stimme am Telefon, der witzige Typ aus dem Radio, die hätte man sich ganz anders vorgestellt.

Es heißt, dass man sich kein Bildnis machen soll. Vor allem wohl auch deshalb, um uns Enttäuschungen zu ersparen. Letztendlich liegt es aber in der menschlichen Natur, sich ein Bildnis zu machen.

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