Und, wie war dein Tag?

Nichts geht mehr

Es gibt Tage, da kann man diese Frage getrost schon früh morgens stellen. Oft entscheidet nämlich der Start in den Tag, wie es weitergeht. Oder auch, das nichts mehr geht bzw. fährt wie in meinem Fall. Wieder mal war jemand davon überzeugt, das die Bahn ein adäquates Mittel zur Lebensbeendigung sei. Trauriges Resultat: ein Toter und eine totale Streckensperrung im Raum Minden.

Fassungslos auf der Treppe

Ich kann das nach wie vor nicht verstehen, wie man auf diese Weise aus dem Leben scheiden kann. Klar, mich ärgert es natürlich, wenn mein ICE ausfällt und ich irgendwo festsitze – was mich aber wütend macht, ist die absolute Rücksichtslosigkeit des Selbstmörders gegenüber dem Lokführer. Der ist derjenige, welcher keine Chance hat. Ein Zug kann nicht ausweichen. Allenfalls bremsen. Wie lang der Bremsweg eines 200 km/h fahrendes ICEs ist, kann sich jeder selber ausrechnen.

Vermutlich hat das der Selbstmörder auch mit einkalkuliert. Wer vom Zug überfahren wird, für den kommt jede Hilfe zu spät. Bei Schlaftabletten gibt es immer noch das Risiko, zu früh gefunden zu werden. So gesehen ist der Zug eine todsichere Sache. Für Lokführer gehören solche Erfahrungen wohl leider zum Berufsrisiko. Ich hoffe nur, dass sie nach solchen Vorfällen ausreichend psychologisch betreut werden. Nur mal einen Tag als Ausgleich zu Hause bleiben dürfte wohl kaum ausreichen.

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