Bodenoffensive

Wer Metaphern verwendet, steht immer mit einem Bein auf dem Eis, während der Frühling naht. In diesem Fall aber drängt sich das Bild so auf, prostituiert sich gar, dass es schwer ist, ihm zu entgehen. Deutschland im Jahre 2008 scheint vor dem Beginn einer groß angelegten Bodenoffensive zu stehen. Die totale Kapitulation der Vernunft – nur noch eine Frage der Zeit.

So ist in Bayern die CSU nach heftigen Verlusten bei den Kommunalwahlen felsenfest davon überzeugt, dass sie ihre Niederlage einzig und allein dem eingeführten Rauchverbot zu zuschreiben. Eigentlich sollt der fehlende blaue Dunst ja führ klare Köpfe sorge, nicht umgekehrt. Tiefer als das Rauchverbot wieder rückgängig zu machen, kann man wohl nicht sinken. Solange aber die CSU in Bayern noch von dem Wahlergebnis der SPD entfernt ist, gibt es zumindest noch nach unten hin Spielraum.

Fast den Boden erreicht hat dagegen der SPD Parteivorsitzende Kurt Beck, wenn man jüngsten Umfragen glauben schenken kann. Nur eine Minderheit von 14 Prozent der Bevölkerung würde ihn als Kanzler haben wollen. Sicher, es gibt Stimmen aus der SPD, die nicht unrecht haben, wenn sie sagen, dass der Kanzlerkandidat immer noch von den Parteimitgliedern gewählt wird und nicht von der Presse. Dennoch wäre es eine Überlegung wert, ob man mit jemanden antritt, den keiner außerhalb der SPD wählen würde.

Auch an anderer Stelle ist ein neuer Tiefpunkt erreicht. Während gestern der Öffentliche Nahverkehr wegen eines Streiks am Boden lag, stimmten sich Deutschlands Pendler schon mal auf die nächste Woche ein. Denn die GDL kündigte an, am Montag in einen unbefristeten Streik zu treten, wenn bis dahin die Bahn nicht das vereinbarte Vertragswerk unterschreiben würde. GDL? Streik? Hatten wir das nicht schon vor Wochen monatelang? Richtig!
Dennoch haben sich die Fronten erneut verhärtet. Warum und weshalb, dass ist den Menschen auf der Straße wohl kaum in zwei Sätzen beizubringen.

Wer jetzt noch meint, dass das alles noch nicht so schlimm sei, der kann sich dann schon mal auf das freuen, was passieren wird, wenn sich Frau Ypsilanti in Hessen tatsächlich mit den Stimmen der Kommunisten (sorry, der Linkspartei) wählen lässt.

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