Katholizismus im Wandel

In den letzten Tagen hat der Papst Benedikt der XVI. sein wahres Gesicht gezeigt und die Gummimaske des lächelnd, aufgeklärten Katholiken beiseite gelegt. Zunächst einmal wurde die tridentinische Messe wieder fast vollständig rehabilitiert. Damit dürfen künftigen in katholischen Kirchen wieder mit Segen von Oben Messen in Latein abgehalten werden. Hierzulande verwundert aber, dass es keine Aufschrei von Politikern aus CDU und CSU gegeben hat. Die sind doch sonst immer dafür, dass überall in unserem Land Deutsch gesprochen werden soll – selbst in moslemischen Gotteshäusern.

Auch befremdet, dass beim Gottesdienst der Oberzampano der Gemeinde den Rücken zudreht und diese nicht sieht, was er da genau macht (wir erinnern uns in diesem Zusammenhang gerne an die Herkunft von „Hokus Pokus”). Vielleicht ist es aber gerade das, was Politikern die tridentinische Messe sympathisch macht. Nach der Wahl drehen sie dem Volk auch den Rücken zu und keiner weiß genau, was sie dort so mauscheln.

Trotzdem gibt es noch Hoffnung, denn beim Thema Gesundheit hört auch bei Politikern der Spaß auf. Wenn ab September das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden greift, ist endlich Schluss mit der Weihrauchschwenkerei beim Gottesdienst. Ganz ehrlich: das wurde auch Zeit!

Seitens der katholischen Kirche wird dies natürlich ganz anders gesehen. Sie halten das Rauchverbot für eine protestantische Verschwörung zur Vernichtung der katholischen Kirche und starten zum Gegenangriff. Die katholische Kirche sie die einzige wahre Kirche in der Nachfolge von Jesus Christus. Alles anderen seien allenfalls Glaubensgemeinschaften. Na, wenn er meint – wenn er solchen radikal-fundementalistischen Ideen weiter verfällt, wird katholische Kirche aber irgendwann mal eine sehr kleine Glaubensgemeinschaft sein. Dann reicht für Messen der Petersdom sicher aus. Die restlichen Gebäude könnten bei entsprechend steigender Nachfrage dann in Moscheen umgewandelt werden.

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