Voll auf die Nase

Voll auf die Nase

Wer gestern etwas enttäuscht über diesen einzelnen, mageren Beitrag in diesem Blog war: das hatte seine Gründe. Das Wetter einfach unwiderstehlich wobei es genau das war, was mich zu einer vermutlich längern Blogpause gebracht hätte. Bei einem so fantastischen Wetter wie am Wochenende konnte ich nicht meine Inliner weiter in der ecke stehen lassen, wo sie seit über einem Jahr ein tristes Schattendasein fristen. Es juckte einfach in den Fingern bzw. Beinen, sich wieder auf die Rollen zu wagen.

Nun, auch wenn mir cozmic noch am Telefon versichert hatte, dass sich skaten nicht verlernen lässt, so war ich doch anfangs etwas unsicher auf den Rollen. Vor der Haustür habe ich dann ein paar Runden gedreht und auch eine Fallübung gemacht, um mich an das Gefühl schob mal zu gewöhnen und vor allem die Angst zu verlieren. Genau das hat mir dann, wenn nicht sogar das Leben gerettet, zumindest aber große Verletzungen erspart.

Die Straße in der wir wohnen, ist ziemlich geradlinig, ohne Steigung, und auch sauber asphaltiert (einige Leser werden sich eventuell noch daran erinnern, dass DER CHEF und ich die Sanierungsarbeiten an der Straße im vollen Umfang mitbekommen haben). Mir war aber nicht klar, obwohl ich die diese Straße mindest einmal die Woche auf und ab laufe, wie Steil die Lena-Lappe-Straße ist. Besonders, wie schnell sich das Tempo erhöht, wenn ich auf dieser mit Inlinern abwärts unterwegs bin und vom kontrollierten Bremsen weit entfernt bin.

Um es kurz zu machen: Ich war viel zu schnell, mitten auf der der nicht unbefahrenen Straße und hatte noch ein langes Stück vor mir. Ungebremst hätte ich mindestens 30 km/h erreicht. Kann gut sein, dass auch noch in der Nachbarschaft mein schlagendes Herz zu hören gewesen ist.

Mit einem für meine Verhältnisse enormen Reaktionsvermögen (wer gegen mich mal gekickert hat, weiß, wo von ich schreibe) erblickte ich eine möglicherweise rettende Garageneinfahrt und versuchte die Dynamik der Abwärtsbewegung in eine schwungvolle Aufwärtskurve umzuleiten um so in der Einfahrt zum stehen zu kommen. Das ist mir nicht ganz gelungen. Die Kurve hab ich nur zu einem Drittel hinbekommen und mich dann im vollen Tempo auf die Nase gelegt.

Zum Glück war es nicht wirklich die Nase, sondern die Knieschoner, Ellenbogenschoner und die Handschoner. Ein Sturz wie aus dem Lehrbuch, der mich ,ebenso wie vorbeilaufen Spaziergänger, ziemlich erschreckt hat. Außer meinem Selbstbewusstsein habe ich mir aber zum Glück nichts verletzt. Mit Gummibeinen bin ich dann ein Stück wieder nach oben gefahren und habe meinen Weg in die Stadt weiter Fortgesetzt – zumindest bis zu dem Punkt, wo ich einsehen musste, dass es nur noch bergab oder zurück geht.

Wenn sich aus der Sache was lernen lässt, dann vor allem dies: Das Tragen von Schutzausrüstung beim Inlineskaten ist lebenswichtig. Genauso wichtig ist es aber, kontrolliert zu fallen. Wäre ich nicht nach vor, auf die Schützer, sondern nach hinten gefallen, hätte ich deutlich weniger Glück gehabt.

3 Replies to “Voll auf die Nase”

  1. wohl war :-)
    ich bin vor zwei jahren mal nach hinten gefallen.
    a. nützen dir die schützer da recht wenig
    und
    b. fragen sie dann im krankenhaus schon mal warum man(n) in diesem fortgeschrittenen alter noch so einen blödsinn anfangen muss :-)

  2. Ah ich erinnere mich an das Gejammer vom Jörch noch ganz gut…Meine Liebste trieb mir am WE bei Ihrer ersten Fahrt die Schamesröte ins Gesicht. Fazit, wer Schlittschuh fahren kann, der kommt auch auf Inlinern perfekt klar…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren