Kirchenbesetzung

Kirchenbesetzung

Gestern war der der letzte Gottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche in Bielefeld. Die Kirche auf Grund von schwinden Mitgliederzahlen und der Fusion mit einer anderen Gemeinde verkauft werden – trotz des erheblichen Widerstandes eines Großteils der Gemeinde, die auch nicht, wie es das Kirchenrecht vorschreibt, über den Verkauf abstimmen durften (meines Wissens nach wurde 1950 rum das evangelischen Kirchenrecht dahingehend geändert, dass bei einem Verkauf nicht nur die Gemeindemitglieder gehört, sondern auch in der Mehrheit damit einverstanden sein müssen).

PGK

Gegen den Verkauf protestierte gestern vor der Kirche die Bürgerinitiative zum Erhalt der Paul-Gerhardt-Kirche. Sie wirft dem Pastor der andere Gemeinde, mit dem die Paul-Gerhardt-gemeinde fusioniert wurde, vor, nicht nur treibende Kraft hinter dem Verkauf zu sein, sondern dies auch aus persönlichen Gründe zu tun. Ein wirtschaftlichen Grund jedenfalls gäbe es nicht für den Verkauf, so die Bürgerinitiative, denn sie habe sich mehrfach dazu bereit erklärt, die Kosten für den Erhalt der Kirch zu tragen.

Seit gestern ist die Kirche jedenfalls jetzt erstmal bis zum kommenden Sonntag besetz. Ob das den Verkauf verhindert, ist ungewiss. Sicher aber ist, dass es für ein breites Echo in der lokalen Presse sorgt.

2 Replies to “Kirchenbesetzung”

  1. @Chris: Die Besetzer sind Kirchenmitglieder, die zum teil vor jahren durch ihre Spenden überhaupt den Bau der Kirche ermöglicht haben. Die Kirche soll verkauft, wenn das nicht möglich ist, abgerissen werden.

    Da der Kaufinteressent eine jüdische Gemeinde ist, wird den Gegnern des Verkaufs auch noch Antisemitismus vorgeworfen. Das trifft mich ziemlich …

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren