Pornokarten

Wenn es wirklich so ist, wie es kolportiert wurde, dass 20 Millionen Kreditkarten von deutschen Polizeibehörden überprüft wurden, um Verdächtige aus der Kinderporno-Szene zu ermitteln, dann sei an dieser Stelle die Frage erlaubt, ob der Zweck wirklich jedes Mittel heiligt. Sicher, Kinderpornographie ist verabscheuungswürdig und wird auch völlig zurecht strafrechtlich verfolgt. Nur sollte dabei die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

Eine solche Überprüfung wäre ein massiver Verstoß gegen den Datenschutz. Der Staat degradiert zudem seine Bürger damit zu potentiellen Straftätern, die in jedem Fall überwacht werden müssen – der Mensch ist somit nicht in erster Linie unschuldig, sonder schuldig, bis der gegenteilige Beweis erbracht wurde.

Gestern diente die Gefahr vor Terroranschläge als Grund für eine Totalüberwachung, heute die Kinderpornografie. Was wird es morgen sein?

Warum die Aktion gegen Kinderpornografie den Namen „Mikado” trug, ist auch recht schnell erklärt. Wer sich zuerst im Widerstand bewegt und Einspruch erhebt gegen das Ausspionieren, gegen die Totalüberwachung, ist ebenfalls verdächtigt.

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