In aller Kürze

In aller Kürze

Wie nennt man einen Blogger, der sich über Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und Hilfe benötigen, lustig macht? Ganz einfach: Shopblogger Das ergötzen am Elend anderer, an Menschen, die nur einen Sonderschulabschluss haben, gerade auch in den Kommentaren, dürfte wohl einen neuen Tiefpunkt in der Blogsphäre markieren.

Der Meinung von Claudius kann ich mich nur anschließen. Das was sich Björn Harste mit der Veröffentlichung der Bewerbung geleistet hat – sorry, aber mir fehlen gerade die Worte, was nicht oft vorkommt. Auch wenn die Adresse des Bewerbers unkenntlich gemacht wurde, so ist sein handschriftliches Bewerbungsschreiben öffentlich sichtbar in einem Blog mit sehr hoher Leserzahl.

Rechtlich kann ich und mag ich das nicht bewerten, aber aus den Bewerbungstrainings die ich als Dozent mit Teilnehmer gemacht habe weiß ich, dass wir echte Bewerbungen nur mit Einverständnis der Betreffenden Person verwenden durften. Und das war dann auch nur zu Schulungszwecken in einem sehr kleinen Personenkreis.

Es gab eine Zeit, da habe ich noch bedingungslos an das Gute im Menschen geglaubt. Da war ich aber noch sehr jung und sehr naiv. Ich wusste noch nichts von Schaulustigen, von Gaffern und von Nachmittagssendungen im Privatfernsehen. Günther Wallraff hat eine Menge zum Thema BILD geschrieben; sehr viel lesenswertes ist darunter. Aber ich glaube, er hat sich nie vorstellen können, was für schlimme Hetze über einen Weblog verbreitet werden kann.

Mich wird das noch etwas länger verfolgen, fürchte ich. Aber es gibt Menschen, die können trotzdem gut schlafen. Was mir bleibt an dieser Stelle, ist ein sehr trauriges „gute Nacht Deutschland“ zu flüstern…

28 Replies to “In aller Kürze”

  1. Nicht nur du kannst mir zu stimmen – auch ich kann dir zu stimmen. Wie es aussieht kannst du allerdings deutllich besser die Fassung bewahren, als ich es kann. Denn irgendwelchen Entgleisungen unterliefen dir in deinem Post nicht …

  2. Claudius, ich war kurz davor. Aber ich habe ja aus meinen Fehler durchaus gelernt und kann meine irisch aufbrausendes Wesen (mehr dazu morgen im Blog) doch ab und an unter Kontrolle bringen.

  3. Hi Ihr Zwei,

    vollkommen Eurer Meinung – und auch ich musste mich stark zurückhalten. Wie ich sehe, fallen die Einkaufstrolle *g* schon über Claudius her, na super… :/

    P.S. Kann es sein, dass das Math-Plugin nicht mit Opera funktioniert?

  4. Da hat Herr Harste wohl schnell reagiert und den Artikel still und heimlich gelöscht. Umso schöner (und wichtiger!), dass dennoch an anderen Stellen darauf hingewiesen wird. Falls noch jemand eine lokale Kopie vorliegen hat, wäre durchaus daran interessiert, um mir ein eigenes Bild machen zu können.

    Offtopic: tboley, ich fleeeehe dich an, mach dieses blöde Math Dings aus. Entweder mags mein Ergebnis nicht, gerade wurde behauptet ich hätte erst gar nix geschrieben, und nun schreib ich zum dritten Mal dasselbe Kommentar.

  5. Mittlerweile hat er den Artikel wieder online, diesemal in veränderter Form. Wird dadurch auch nicht besser, sondern schlimmer, da es den Beigeschmack von „seht her, war alles nicht so gemeint ihr habt es nr falsch verstanden“ bekommt.

    Das Mathe-Plugin wird heute gegen ein anderes ausgetausch. Versprochen!

  6. @Chris: Ja. Du hast es auf den Punkt gebracht. Btw.: Kann es sein, dass da einige Kommentare entfernt wurden? Die Diskussion dort sieht in meinem Augen eutlich anders, kritischer aus als gestern.

  7. Mit Sicherheit wurde da zensiert. Mir fehlen da z. B. ein paar Pingbacks. :D Aber das ist klar, es ist seine Spielwiese, da hat er die Kontrolle, da wird er schon für sorgen, dass allzu kritische, mit Sicherheit sogar beleidigende Äusserungen nicht lange öffentlich dastehen. Das ist aber auch kein Problem. Die Meinung von Prospero hat er z. B. stehen lassen – ändert nur halt nichts an seiner grundsätzlichen Einstellung.

  8. Ich werde heute mal schauen, ob ich noch den Link zur Glaskugel habe. Mal sehen, was dort gestern so stand auf der Seite…

    Über die grundsätzlichen Einstellung von Björn Harste habe ich hier im Blog auch schon mehrfach geschrieben und schon Prügel kassiert – mach mir aber nix, denn ich hab ein dickes Fell. Und schließlich ist das hier ja meine Spielwiese :-)

  9. Unüberlegtheiten werden schnell und hart bestraft in der Blogosphäre. Diese Erfahrung haben jetzt mal wieder mehrere Blogger machen müssen.

    Originalbewerbungsunterlagen ins Netz zu stellen ist schon ein Hammer.

  10. Eigenartig. Für mich und andere (laut wikipedia) gilt: „Im Internet werden jene Menschen als Troll bezeichnet, die Beiträge verschicken, mit denen sie erkennbar provozieren wollen, ohne einen wirklichen Beitrag zur Diskussion zu leisten.“
    Die Formulierung „Shoptrolle“ impliziert, daß für Euch andere Regeln gelten:
    „Wenn Dich jemand als Abschaum bezeichnet und Du reagierst, bist Du ein Troll.“
    „Wenn einer Deiner Freunde oder Bekannte reagiert und Dich verteidigt, ist er ein Troll.“

  11. @Shopbloggerswife: Lies dir bitte meine Beitrag hier in Ruhe durch, bevor du was zum Thema schreibst. Und vor allem bedenke bitte, worum das Ganze geht. Die Metadiskussion können wir uns an der Stelle sparen, denn das lenkt nur vom eigentlichen Thema ab.

  12. Mein Kommentar sollte keine Metadiskussion über Trolle sein. Wenn Du weiterhin Befürworter der Meinung bist, daß Björn und ich Abschaum sind, ist dies „Hetze, die über ein Weblog verbreitet wird.“ Wir sind im Gegensatz zu dem bedauernswerten Bewerber, der unter Garantie niemals ein Weblog gesehen hat und gewiß keine Freunde mit Internet, die ihm sonst bestimmt zu einer besseren Bewerbung verholfen hätten, sehr wohl zu verletzen. Und das hat Bezug zum obigen Text. Daß mein Kommentar in allen Weblogs der Hetzerclique als Multiposting (igitt!) einging, zeigt wohl deutlich, daß ich alle Deine Kommentare gelesen habe.

  13. @Shopbloggerswife: Sehr vorsichtig, du bist da bei dich im Ton zu vergreifen. Ich kann es nicht ausstehen wenn jemand mir etwas unterstellt. Ich habe zu keinem Zeitpunkt dir oder Björn zugeschrieben ihr wäret Abschaum. Ein solche Behauptung wird schnell justiziable, ebenso wie die Unterstellung, berechtigte Kritik wäre eine Hetzkampagne. Und damit ich an dieser Stelle nicht missverstanden verstanden werde: Ja, das ist eine Drohung von mir. Sollte künftig behauptet werden, ich würde eine Hetzkampagne führen oder unterstützen, landet das ganze beim Anwalt. Der wird dann auch sicher in dem Zusammenhang prüfen, in wie weit die Persönlichkeitsrecht Dritte verletzt worden sind, deren Bewerbungsschreiben öffentlich zu Schau gestellt wurde.

  14. Langsam wird mir die Sache echt zu bunt. Thomas, reg dich nicht zu sehr auf, das geht aufs Herz und die Leber. Den Abschaum hatte ich in einem Beitragstitel – was mir durchaus sehr Leid tut. Im Übrigen bin ich kurz davor, die Diskussion bei den einschlägigen Artikeln zu schliessen…

  15. Kein Sorge Claudius, ich reg mich nicht auf, ich stelle nur fest. Es ist auch nicht das erste Mal, dass mir das Verhalten von Björn Harste unangenehm aufgefallen ist – wer etwas sucht in diesem Blog, wird sicher fündig.

    Ich habe hier auf meinem Schreibtisch ein sehr gutes Buch von Robert M. Pirsig liegen. Dazu wollte ich eigentlich heute schon eine längeren Artikel schreiben, aber daraus wird dann erst morgen was werden. Worum es dabei geht? Um die Bedeutung von Moral und das Zusammenleben von Menschen.

    Was mich bei manchen Menschen betrübt, ist der fehlende Wille zur Einsicht, etwas falsches getan zu haben. Erleben lässt sich das im Kleinen wie im Großen. Ebenso betrübt es mich, dass es salonfähig geworden ist, Menschen, die am Boden liegen, weiter mit den Füßen zu treten.

    Daher nehme ich mir auch künftig die Freiheit raus, über Vorfälle dieser Art in meinem Blog zu schreiben. Nicht, weil ich hoffe, dass sich irgendwo in Norddeutschland ein Starblogger auf mich hört, sondern um das Ganze auch für mich festzuhalten – ohne den Anspruch dabei zu erheben, ein Denkmal der Schande zu errichten.

  16. Ich denke eher nicht, dass es das ist – leider. ;-) Ich denke eher, dass das mit einem Ereignis, einer „Massenverlinkung“ von vor einem halben Jahr zusammenhängt. Links, älter als eine halbes Jahr, werden ja bei Technorati nicht mehr gezählt.

    Die Leute werden auch noch weiterhin dem vermeintlich großen Blogger hinterherhecheln. ;-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren