NRW-SPD-Ade

Der Landtag in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2010. Eine Schulklasse besichtig staunend die Zentrale der Macht. Abseits der Gruppe hat sich ein Kind reicher Eltern verlaufen und öffnet die Tür zu einem großen Büro. Darin sitzt der Jürgen und Blätter in dem Katalog eines Küchenausstatters. Neugierig tritt das Kind ein, da es schon immer mal eine Frage an den Ministerpräsidenten loswerden wollte.

KIND: Du Onkel Rüttgers, was ist eigentlich eine SPD?

Jürgen steht auf, begrüßt das Kind mit Handschlag und führt es in eine gemütlich aussehen Sofaecke. Auf einem Tisch liegen mehrer Märchenbücher, unter anderem der Klassiker „Politik nach der Rotkäppchenmethode.” Das Kind und der Jürgen setzt sich auf das Sofa.

DER JÜRGEN: Wieso fragst du?

KIND: In meiner Klasse sagen die Kinder immer, dass die das Land vor dir regiert hätte.

DER JÜRGEN: Das stimmt, aber das ist lange her.

KIND: Und wie war das damals mit der SPD?

DER JÜRGEN: Also, es war einmal ein König, der das Land regierte und den sein Volk sehr lieb hatte. Unterstützt wurde der König von einer Schar treuer Anhänger, die sich selber Genossen nannten und einen Wahlclub namens SPD hatten. Als der König merket, das seine Zeit gekommen war, machte er sich auf den Weg nach Berlin. Vorher vertraute er sein Land einem seiner Kronprinzen, einem schon älterer Wolf, an.

KIND: Fraß er die SPD auf?

DER JÜRGEN: Das nicht, aber auch als der alte König in Berlin war, fühlte er sich immer noch nur als Zweiter. Ständig schielte er nach Berlin. Die Menschen im Land trauten dem neuen König nicht so richtig. Bei der nächst besten Gelegenheit verschwand er auch nach Berlin in die Wirtschaft.

KIND: Und dann bist du König geworden?

DER JÜRGEN: Nein, denn obwohl es schon damals nicht gut um die SPD stand, konnte sie sich noch halten. Verzeweifelt klammerten sich die Genossen an die Macht. Aus ihren Reihen wählten sie einen Buchalter, der das Land verwalten sollte, bis der unter einer Kohlehalde schlafende König wiederkommen würde. Auch der Buchlater schaffte es aber nicht, eine Brücke zu den Menschen im Volk zu bauen. Zu viele Steine lagen im Weg.

Das Kind gähnt gelangweilt.

DER JÜRGEN: Dann kam der große Tag. Die Menschen Land hatten genug vom Filz und den vielen Arbeitslosen. Sie verjagten die Genossen aus Düsseldorf.

KIND: Das war also der Tag, an dem du gewählt worden bist. Was ist aus dem Buchalter geworden?

DER JÜRGEN: Der flüchtet ganz wie der Kronprinz nach Berlin, verscheuchte ihn von dort und nahm dessen Platz ein.

KIND: Was passierte mit der SPD?

DER JÜRGEN: Die hatte keinen König und keine Prinzen mehr. Mit der Rolle der Opposition wusste sie nichts anzufangen, denn das war sie nicht gewohnt im Land. Tag ein Tag aus bejammerte sie sich selber und aß ihr Suppe nicht auf.
Zum Schluss war sie nur noch ein ganz dünner Prozentbalken. Als die Menschen eines Morgens aufwachten, war die SPD völlig verschwunden.

KIND: Hat das niemand bemerkt?

DER JÜRGEN: Nein.

Das Kind sieht zufrieden aus. Jürgen gibt dem Kind noch ein paar Bonbons und führt es aus dem Büro heraus. Es setzt sich wieder hinter seinen Schreibtisch. Jürgen blättert weiter im Katalog, bis der Vorhang fällt.

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