Werbung macht müde

Vielleicht wird der gestrige Abend als historischer Moment in die Familienchronik eingehen. Vor einem gemütlichen Fernsehabend haben Nadine und ich uns noch die Tagesschau angesehen (bei Nachrichten greifen wir immer gern zu Qualitätsprodukten). In einem Bericht ging es um die Entscheidung einer EU-Kommision, künftig die Fernsehwerbung zu erleichtern, was zu noch mehr Werbeunterbrechungen führen wird.

Anschließend lief auf RTL CSI: Miami (20:15 bis 21:15 Uhr). Unterbrochen wurde die Serie von drei Werbeblöcken mit einer Dauer von je 10 Minuten. Wir haben also in der einen Stunde vorm Fernseher für jede Minute CSI eine Minute Werbung gesehen. Ich frage mich, wie da noch mehr Werbung reinpassen soll. Bereits jetzt macht mich die Dauerberieselung einfach nur müde. Lustig ist sie schon lange nicht mehr.

Unsere persönliche Konsequenz würde bei noch mehr Werbung ganz einfach sein: Abschaffung des Fernsehers und Einsparung von GEZ und der Gebühren fürs Kabelfernsehen. In der Familienchronik wäre der der gestrige Tag als derjenige zu vermerken, an dem die Entscheidung zur Abschaffung des Fernsehers gefällt wurde.
Vermutlich sind wir nicht die Einzigen, die so denken. Der Entwurf aus Brüssel ist daher im Grunde kontraproduktiv.

Niemand bestreitet, daß Werbung zur Finanzierung eines kostenlos zur Verfügung gestellten Angebots notwendig ist. Nur sollte dabei mit einem gesunden Augenmaß abgewogen werden, wann die Schmerzgrenze überschritten wird. Bei der Intensität, mit der bereits jetzt geworben wird, stellt sich dem mündigen Bürger zudem die Frage, aus welchem Grund überhaupt noch Gebühren für das Fernsehen zu zahlen sind. Die Argumentation, die von einem staatlichen Rundfunkauftrag spricht, mag sicherlich richtig sein. Trotzdem wäre es möglich, die Öffentlich-rechtlichen Sender anders zu finanzieren. Zum Beispiel, in dem die GEZ statt von den Bürgern von den Privatsendern eine Umlage einfordert.

Letztendlich sollte auch der normale Kabelanschluß von den Sendern bezahlt werden, da diese über das Kabel die Möglichkeit haben, ihre Werbung zum Konsumenten zu transportieren.

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