Frequenzy

Bereits als Kind habe ich begeistert Filme und Bücher zum Thema Zeitreise in mich aufgesogen. Über die Möglichkeit von Reisen in die Vergangenheit oder Zukunft nachzudenken, macht mir auch heute noch Spaß. Spannend ist es vor allem, darüber zu philosophieren, was wohl passieren würde, wenn man ein Paradoxon auslöst. Reise ich mit einer Zeitmaschine selber in die Vergangenheit und töte dort mein jüngeres ich, kann ich auch nicht in die Vergangenheit reisen und mich töten, da es mich in der Gegenwart nicht mehr gibt. Dadurch kann ich mich in der Vergangenheit nicht mehr töten, was wieder bewirkt, das es mich in der Gegenwart gibt und ich mich in der Vergangenheit töten kann usw.
Bei Büchern und Filmen trägt die Suche nach solchen Brüchen zur Unterhaltung über den eigentlichen Rahmen hinaus bei. Der Faszination der Frage ‚Was wäre wenn…?‘ erliegt man nur zu gerne.

Selten gibt es Filme, die auf Grund ihrer Dauerspannung keine Luft zum Nachdenken lassen. Der Film Frequenzy gehört auf jeden Fall zu dieser Kategorie. Neben der guten Unterhaltung bietet der Film auch einen logisch strukturierten Rahmen. Die Konstruktion der Zeitreise ist in sich sehr stimmig. Vor allem deshalb, weil es keine Form von Zeitreise ist, bei der Materie durch die Zeit geschickt wird. Bedingt durch ein Nordlicht kommunizieren Vater und Sohn mittels dem selben Funkgerät miteinander – getrennt von 30 Jahren Zeitunterschied. Gemeinsam verändern sie den Lauf der Dinge.

Das was hier durch die Zeit fließt, sind Informationen. In der Gegenwart empfängt jemand diese Informationen und glaubt zunächst, das der Funkkontakt zu einem Menschen aus der Gegenwart besteht. Interessant ist, dass es zumindest in die eine Richtung möglich ist, Funksprüche aus der Vergangenheit aufzufangen – wenn man daran denkt, wie lange Radiowellen und Licht im Weltraum unterwegs sein können. Nur der Rückkanal fehlt.

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