Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Heute auf den Tag genau gibt es diesen Blog hier zwei Jahrzehnte lang. Ein paar nachdenkliche Sätze zur Vergangenheit und Zukunft.

20-jähriges Jubiläum

Heute vor zwei Jahrzehnten schrieb ich meinen ersten Blogbeitrag für wildbits.de. Mit anderen Worten, heute gibt es ein 20-jähriges Jubiläum zu feiern. Solange schon durchzuhalten, kommt mir selber wie ein Wunder vor. Besonders an Tagen wo ich mich mehr oder weniger quälen mit dem Text. Wo ich diese Arbeit, nein es ist ja ein Hobby, in Zweifel stelle. „Warum tust du dir das eigentlich an?“ — die Frage geistert mir dann durch den Kopf. Vieles hat jedoch zwei Seiten. So gibt es eben auch Tage, bei denen die Wörter nur so auf den Bildschirm springen. An denen ich mich mit enormer Beharrlichkeit an einem Thema regelrecht abarbeite.

Die meiste Zeit bewege ich mich dazwischen. Es macht mir Spaß, über Themen zu schreiben. Manchmal erreiche ich sogar ein mehr als eine Handvoll Leser. Etwa mit meinem Text über die Neubesohlung von ECCO-Schuhen. Auch nach acht Jahren wird dieser noch gelesen und kommentiert.

Damit gehört der Artikel aber zu der Minderheit der 9.430 Texte hier in diesem Blog. Die meisten Texte verschwinden in der Zeitlinie, ohne je einen Kommentar gesehen zu haben. Im Übrigen: Bei rund 10.000 Fremdkommentaren hat im Durchschnitt jeder Artikel einen Kommentar — da sieht man mal wieder, wie aussagekräftig mitunter ein Durchschnittswert sein kann.

Mehr als zwei Facetten

Blättere ich durch meine Blogartikel durch, ist das für mich auch eine interessante Reise in die eigene Vergangenheit. Mir wird dann klar, dass ich mehr als zwei Facetten habe. Mal schreibe ich launisch und sehr emotional. Polemisch oder sachlich. Es kommt auf den Tag, das Thema und meine Stimmung an. Immer wieder passieren Fehler. Nicht nur üblichen Tippfehler, sondern auch Ungenauigkeiten, weil ich mir nicht ausreichend Zeit für die Recherche genommen habe.

Es gibt Phasen, wo ich das Gefühl habe, mich im Kreis zu drehen. Thematisch als auch insgesamt in Bezug auf meinen Schreibstil. Derzeit kann ich das vergleichen mit der Fotografie, wo ich mich für mich selber sichtbar entwickle. Zum Blog-Geburtstag stelle ich mir dann auch immer wieder selber die Frage, wie lange ich hier weiter machen will. Bis zum Jahresende? Noch zwei weitere Jahre? Die 25 voll machen oder bis Ende durchhalten? Ich weiß es nicht und würde mich auch nicht so deutlich für ein „Weiter so“ wie in den letzten Jahren aussprechen.

Natürlich macht mir mein Blog nach wie vor Spaß. Ganz ohne — wirklich scher vorstellbar. Allerdings: Muss ich wirklich täglich schreiben, mit aller Gewalt Themen finden? Oder ist gerade die Disziplin, die mich überhaupt bei der Stange hält?

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