Treppenkind

Treppenkind

Auch wenn ich morgens noch müde bin und die Knie schmerzen, statt Aufzug benutze ich die Treppe. Ja ich gebe zu, ich bin ein Treppenkind — fast freiwillig.

Keine Sache des Alters

Es ist keine Sache des Alters oder eigentlich doch. Häufiger treffe ich auf Menschen, die aus dem einen oder anderen Grund (oder weil sie einfach zu faul sind) den Aufzug benutzen. Oder Rolltreppen. Ich als Treppenkind dagegen laufe tapfer die Stufen hoch. Gerade wenn jüngere Menschen die bequemere Art bevorzugen, mache ich mir so meine Gedanken. Fitness und so. Lächerlich finde ich es, wenn Menschen mit Sporttasche die Rolltreppe benutzen und später dann ins Fitnessstudio gehen. Warum nicht die Möglichkeiten nutzen, die der Alltag so bietet?
Aber ehrlich gesagt ist mir die körperliche Konstitution anderer Menschen egal. Wer den Aufzug oder die Rolltreppe benutzen will, darf es meinetwegen gerne tun. Dafür steht er mir dann auch nicht auf der Treppe im Weg. Links gehen, rechts stehen — was auf Rolltreppen nicht klappt, funktioniert meistens beim analogen Modell. Es sei denn, man versucht zu Stoßzeiten die Treppe rauf zu laufen, während eine Zugladung Pendler aus dem Regionalexpress dieselbe Treppe gerade runter möchte.

Keine Herausforderung für das Treppenkind
Pexels / Pixabay

Treppenkind mit Panik

Wenn ich von mir als Treppenkind spreche, dann auch deshalb, weil ich das schon sehr lange bin. Zu Hause hatten wir keinen Aufzug, wie auch, bei einem Einfamilienhaus. Meine Großeltern dagegen wohnten nach einem Umzug in einem Hochhaus mit Aufzug. Im vorletzten Stock, per Treppe war das schon ein ordentliches Stück. Im Aufzug selber hing ein Schild, dass es Kinder bis zum einem Alter (welches genau, habe ich mittlerweile vergessen) nur in Begleitung Erwachsener gestattet sei, den Aufzug zu benutzen. Selbst als ich längst den Aufzug hätte alleine benutzen dürfen, Leif ich lieber die Treppen hoch und runter.
Damals und auch noch heute habe ich leichte Abneigung gegen Aufzüge. Darin eingequetscht zu sein mit anderen Menschen auf engsten Raum behagt mir nicht. Die Vorstellung, dann auch noch irgendwo stecken zu bleiben sorgt für Schweißausbrüche. Da quält sich das Treppenkind lieber mit Stufen ab. Und quälen ist hier mittlerweile der richtige Begriff.

Ach meine Knie

Wir kennen das alle. Mit Alter kommen die Wehwehchen. In meinem Fall sind es die Knie, genau gesagt die Kniescheiben, die ab und an knirschen. Der normale Verschleiss. Vielleicht etwas beschleunigt durch die das ultrabequeme sitzen im ICE. Trotzdem oder gerade deshalb beisst das Treppenkind in mir tapfer die Zähne zusammen. Eine OP ist in den meisten Fällen kontraproduktiv (man bemühe mal Tante Google) und die Bewegung tut an sich gut. Zudem sagt meine Uhr mir, dass ich ein tägliches Treppenziel habe. Das wird wohl auch Gründe haben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren