Prolog — Kalle lässt es krachen

Prolog — Kalle lässt es krachen

Carl Arnsburg lag auf dem Straßenpflaster vor der Fabrik. Es ging ihm nicht besonders gut. Seine Arme und Beine war bizarr verdreht, am rechten Oberschenkel hatte ein Knochen die Armani-Jeans durchbohrt.

Das Gesicht des Schauspielers war gerade noch so zu erkennen und zeigte einen leicht überraschten Ausdruck, der dabei war, dauerhaft einzufrieren. Die Augen blickten starr nach oben zum dritten Stock, dort stand ein Fenster offen. Mit seinen Händen umklammerte er ein Halstuch. Unter seinem Kopf breitete sich eine Blutlache aus, in der sich das Licht der Straßenlaterne spiegelte. Vor dem Restaurant im unteren Stock hatte sich mittlerweile Publikum eingefunden. Handys wurden gezückt, Fotos gemacht. Arnsburg war ein bekannter Schauspieler. Gewesen. Einige der Herumstehenden applaudierten zögerlich. Sie hielten es für einen Teil der Aufführung. Durch die Menge drängt sich eine Frau und kniete sich vor Arnsburg nieder.

„Oh mein Gott, Carl, wer hat dir das angetan?“ Helene Funke, die Managerin des Schauspielers, atmete aus. Arnsburg war tatsächlich tot. Die neue Theatersaison würde ohne ihn beginnen. Im Publikum machte sich sowohl Erkenntnis als auch Enttäuschung breit. Bekannter Schauspieler stirbt nach Aufführung. Schade nur, dass er jetzt keine Autogramme mehr geben konnte. Nur noch wenige Augenblicke, dann würde die Polizei eintreffen, alles absperren und den öffentlichen Tod für beendet erklären. Für den Notarzt gäbe es nicht mehr viel zu tun, außer das offensichtliche festzustellen. Ob am Fenster stand ein Mann und schrie.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren