WordPress verstehen

WordPress verstehen

In den letzten Tagen musste ich oft an einen Spruch denken. Kennst du WordPress oder kannst du WordPress? Wer WordPress verstehen will, muss sich schon etwas anstrengen.

Abschreiben reicht nicht

Es reicht nicht aus, einfach etwas abzuschreiben was andere bereits, möglicherweise sogar falsch, abgeschrieben haben. Richtig aufgefallen ist mir das gestern an einem anscheinend so banalen Thema wie WordPress Child-Themes. Aber der Reihe nach. Vielleicht sollte ich erklären, warum mir WordPress verstehen so wichtig ist. Es hängt zusammen mit einem Vorsatz, den ich ganz bewusst gebrochen habe. Nach dem ersten und letzten Ausflug in das Gebiet „Fachbuch“ wollte ich eigentlich nie wieder eins schreiben. Und doch bin ich zur Zeit fleißig dabei. Eine Reihe von Fragen, denen ich im Agenturalltag immer wieder begehen waren dafür genau so Anlass wie Artikel, die man einfach so nicht unwidersprochen stehen lassen kann. Darüber hinaus gibt es noch einen Unterschied, ob man WordPress kennt und seine Wissen auch wirklich vermitteln kann.

WordPress verstehen
CrystalLaw / Pixabay

Rezept oder echtes Wissen

Rezept, wie man dies oder jenes macht in WordPress sind schön und gut. Ich selber greife auch gerne darauf zurück, gerade wenn einem die Deadline im Nacken sitzt. Man möchte den Kunden zufriedenstellen, der Rest ist erstmal zweitrangig. Nur ist das so wie mit dem zweitbesten Steak. Keine wirklich zufrieden stellende Lösung, insbesondere nicht auf Dauer. Es gibt hier sicher andere Ansichten, aber meinem Anspruch nach möchte ich WordPress verstehen. Etwas zu machen, weil man mir gesagt hat, das man es so macht, reicht mir nicht. Das „Warum“, die Neugier treibt mich an. Auch aus diesem Grund entstand die Idee zu dem Buch — für welches ich im Übrigen noch einen Verlag suche. Mein Anspruch ist, nicht nur einfach Anleitungen zu liefern, sondern auch ein Tiefenverständis zu fördern. Letztendlich führt das zur Adaption. Im Idealfall kann man neue Problemstellung auf Grund dessen, was man gelernt hat eigenständig lösen.

Child-Themes bei WordPress verstehen

Kommen wir zum Aufreger gestern bei den Child-Themes. Wie es halt so macht als Autor, recherchiert man zu einem Thema bevor man darüber schreibt. So auch bei den Child-Themes, auch wenn ich dafür nur in eigenen alten Texten nachschauen müsste. Der Punkt ist jedoch, WordPress befindet sich wie vieles andere auch im kontinuierlichen Wandel. Alte Methoden sind zum Glück überholt. In dieser Hinsicht war es eine positive Erfahrung, nicht mehr auf diese unselige Verwendung von @import in der CSS-Datei des Child-Themes zu stoßen. Der Rest zeigt mir, das zwischen WordPress verstehen oder einfach nur irgendwo abschrieben wirklich fast alles dabei war.

Reihenfolge der Einbindung

Meine ursprüngliche Annahme, mal eben das Kapitel über Child-Themes zu schreiben, erwies sich als völlig Fehleinschätzung. Immerhin, es wird ein richtiges Kapitel und nicht nur ein paar Absätze zum Thema. Es ist komplexer als angenommen. Anleitung, die einfach nur ein Rezept liefern scheitern aus meiner Sicht dran, dass sie den Bezug zum Parent-Theme nicht herstellen. So wie dort die CSS-Datei eingebunden wird, wirkt sich das auch aus auf ein potentielles Child-Theme. Wann was passiert in WordPress ist eine spannende Sache. Es ist gut wenn man Hooks kennt, aber man sollte wissen, was sie genau machen und auch die Code Reference von WordPress nicht nur vom Hörensagen kennen. Es gibt einen verdammt guten Grund, warum die Entwickler von WordPress einen Parameter für die Übergabe einer Priorität geschaffen haben.

Teaser Trailer

Zum Schluss heute ein kleines Beispiel (so gefunden im Netz), was WordPress verstehen bedeutet:

function child_theme_enqueue_styles() {
wp_deregister_style( 'twentyseventeen-style');
wp_register_style('twentyseventeen-style', get_template_directory_uri(). '/style.css');
wp_enqueue_style('twentyseventeen-style', get_template_directory_uri(). '/style.css');
wp_enqueue_style( 'childtheme-style', get_stylesheet_directory_uri().'/style.css', array('twentyseventeen-style') );
}
add_action( 'wp_enqueue_scripts', 'child_theme_enqueue_styles' );

Einfach mal fünf Minuten wirken lassen und darüber nachdenken, warum das zwar funktioniert, aber im Grunde falsch ist. Mehr dazu dann im Buch.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren