Sommersonnenwende in Nippes

Sommersonnenwende in Nippes

Gestern war der längste Tag des Jahres und damit auch die Sommersonnenwende. Der heißeste Tag folgt heute noch. Möglicherweise, denn die weiteren Sommertage können noch Überraschungen bringen.

Sommer missverstanden

Im Winter wird über Schnee und Kälte gejammert, im Sommer traditionell über die Hitze. Gerne alternativ auch über einen verregneten Sommer. Wehmütig erinnert man dann an frühere Sommer, in denen man im Freibad oder am See lag. Hej, das was damals auch warm, sogar heiß. Nur waren wir nicht solche Memmen. Gejammert haben wir nur vor Lehrern, um Hitzefrei zu bekommen. Ich für meinen Teil muss auch nicht bei weit über 30 Grad in der Wohnung bei lebendigem Leib gegrillte werden. Alles über 24 Grad empfinde ich als zu viel, weil es über meiner irisch eingestellten Betriebstemperatur liegt.
Allerdings habe ich Demut und Gleichmut gelernt. Das Wetter kann ich nicht ändern, mich aufzuregen bringt nichts, außer Verlust von Energie und Nerven. Einfach das Wetter mal ertragen. Es ist wie es ist.

Sommersonnenwende
5arah / Pixabay

Nichts ist wie es ist

Dieses „Es ist wie es ist“ bedeutet natürlich kein Augenverschließen. Der Klimawandel ist keine Fiktion, sondern Realität. Die Hitze zu ertragen bedeutet nicht, selber zur Beschleunigung des Klimawandels auch fahrlässiges Verhalten beizutragen. Und fahrlässiges Verhalten ist bereits, Politiker zu wählen, die den Klimawandel leugnen.
Zurück aber zum Sommer, zur Sommersonnenwende und zum gestrigen Tag. Was ich wirklich liebe am Sommer, ob auf dem Land oder in der Stadt, ist die Abendstimmung. Wenn es etwas abkühlt, vielleicht sogar ein leichter Wind weht. Man kann da bei erträglich werdenden Temperaturen draußen sitzen und Rosé trinken. So wie die Nachbarn gegenüber, die aus einem mir bisher noch nicht bekannten Grund daraus ein jährliches Ritual gemacht haben. Oder so wie wir, die einen gut gekühlten Rosé zur Hand hatten.

Sommersonnenwende im Kommerzland

Für meine Frau und mich ist im Übrigen ein Rosé ein typischer Terrassenwein — auch wenn andere das als Schimpfwort betrachten. Sommer, Sonne, Leichtigkeit. Die Entdeckung dieser Woche befand sich in unserem Schnupperpaket der Lieblingsweinhandlung in Nippes. Ein Vinho Verde aus Portugal. Leicht moussierend. Ein idealer Begleiter für heiße Tage. Das Rezept für den Cocktail muss ich mir allerdings noch mal besorgen.
Richtig kommerzialisiert wird die Sommersonnenwende bei IKEA. Großer Tanz ums goldene Kalb und Budenzauber. Schön mit Familienanstrich. Leider fallen meine Frau und ich trotzdem darauf herein, aber schließlich gehören wir zu den treuen Anhängern des schwedischen Möbelhauses — obwohl es das Köttbullar Gericht ruiniert hat. Der Kommerz lockt aber auch noch an andere Stelle.

Wende im Sommer

Es wäre einfach, eine Bauchentscheidung auf Phänomene wie die Sommersonnenwende zu schieben. Tatsächlich schleiche ich aber immer wieder drum herum. Einzige Entschuldigung wäre hier nur noch der Sauerstoffmangel in der Wohnung, da man bei dem Wetter die Fenster nicht ernsthaft tagsüber aufmachen kann. Seit gestern sind meine Frau und ich um einen Mitbewohner reicher und um etwas Geld ärmer. Zumindest bekamen wir beim Händler vor Ort auch den Preis, den er selber online hatte. Noch vor einer Woche habe ich ganz anders darüber gesprochen und jetzt eine komplette Wende hingelegt. Aber gut, die Trailerberieselung war erfolgreich. Ausschlaggebend dann der Umstand, dass es doch so was wie Netflix für Konsolenspiele gibt. Praktischerweise musste ich mich dann nur noch mit meinen noch vorhanden Kontodaten anmelden, um mein Xbox live Account zu reaktivieren.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren