Zurück auf den Bauernhof

Zurück auf den Bauernhof

Ab Morgen geht es für meine Frau wieder in die Schule. Die Weihnachtsferien sind vorbei, die Tage werden wieder länger – was für viele Lehrer nichts anderes bedeutet, als das sie bis spät in die Nacht noch am Schreibtisch sitzen.

Es soll aber nicht um das unterschätze Berufsbild Lehrer gehen, sondern um Bauernhöfe. Genauer gesagt um die, welche man bei Agricola selber bewirtschaftet. Trotz der knapper gewordenen Freizeit gelang es mir gestern nämlich, meine Frau zu einer Partei zu überreden. Wir erinnern uns: eines meiner Ziele für dieses Jahr lautet, mindestens zehn Partien Agricola zu spielen.

Auf dem Bauernhof

Da wie Agricola zuletzt im Herbst gespielt hatte, brauchte es ein paar Minuten um wieder ins Spiel zu kommen. Danach saßen die Regen wieder. Wir müssen dazu immer mehr als eine Anleitung zu Rate ziehe, da wir nach wie vor mit der Erstausgabe von 2007 spielen. Das ist die Version, bei der es noch keine Animeeples gab, sondern nur farbige Holzwürfel und Scheiben. Das Material haben wir im Herbst auf den aktuellen Stand gebracht, hängen aber ansonsten an unserer Ausgabe.

Wie dem auch sei, ab der zweiten Auflage von 2008 wird in den Regeln eine Variante im Anhang aufgeführt, die wir als obligatorisch betrachten:

Draft: Wie gehabt erhält jeder Spieler vor Spielbeginn 7 Ausbildungskarten auf die Hand, wählt davon dann genau eine aus und gibt den Rest an seinen linken Nachbarn weiter. Aus den 6 Karten, die man vom rechten Nachbarn erhält, wählt man wieder eine Karte aus und so weiter, bis jeder 7 Karten hat. Danach macht man dasselbe mit den kleinen Anschaffungskarten.

Dadurch wird Agricola wesentlich ausgewogenen und ungleiche Startbedingungen durch extrem gute oder extrem schlechte Handkarten verhindert. Wir spielen Agricola nur noch so.

Die Regeln von 2016 schließlich ziehen wir heran, um schnell wieder ins Spiel zu finden. Auch wenn man den groben Ablauf im Kopf hat, sind es die bedeutsamen Kleinigkeiten, die nachgeschlagen werden müssen. Zum Beispiel dann, wenn es in der Erntezeit um die Ernährung der eigenen Familie geht.

Die „Große Anschaffung“ Feuerstelle gibt lediglich einen Hinweis darauf, dass sich Getreide in der Aktion „Brot backen“ in zwei Nährwerte umwandeln lässt. Übersehen wird oft die weitere Möglichkeit der Nutzung. In der Ernährungsphase kann Getreide nämlich auch als „Hirsebrei“ in einen Nährwert umgewandelt werden. Gerade dann, wenn man keine Tiere kochen möchte oder aber einem genau ein Nährwert fehlt ist das ein Rettungsanker. In den alten Regeln ging diese Option immer etwas unter.

Sofern man nicht die Ausbildung „Bettelmönch“ hat – gibt es die eigentlich noch in der Neuauflage – sollte man Bettelkarten um jeden Preis vermeiden. Bereits drei Minuspunkte tuen am Ende richtig weh.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren