Sieben Stunden Zombicide

Sieben Stunden Zombicide

Von Untoten geht eine merkwürdige Faszination aus. Was für frühere Generationen die Vampire waren, sind in der heutigen Zeit (wenn man das so sagen kann) die Zombies. „The Walking Dead“, „Shaun of the Dead“, „Zombieland“, „Scouts vs. Zombies“ und natürlich mein Liebling als Konsolenspiel und Verfilmung: „Resident Evil“.

Eine sehr unvollständige Aufzählung. Zombifilme wollen unser Gehirn. Wenn man ehrlich ist, sind diese Untaten auch wesentlich komisch als Vampire. Zumindest wenn man dieser Art Komik etwas abgewinnen kann. Gleichzeitig wirkt eine große Horde Vampire wie in „Underworld“ eher unglaubwürdig. Eine noch größere Horde Zombies dagegen — nun ja, spaßig. Würde man das alles wissenschaftlich betrachten, läge die Wahrscheinlichkeit für das Auftauchen von Zombies vermutlich auch wesentlich höher als bei Vampiren.

Programmankündigung

Zombies gibt es auch in Brettspielen und hier bei uns zu Hause gibt es zwei sehr gute kooperative Spiele mit ihnen „Winter der Toten“ (eigentlich eher ein semi-kooperatives Spiel) und Zombicide. Bei spielen nach der so genannten Zombiekalypse, wo Zombies die Menschen überrannt haben und eine Gruppe Überleben darum kämpfe, nicht gefressen zu werden. Beide Spiele sind gut, keine Frage, aber Zombicide wirkt einfach cooler wegen der vielen Plastikminiaturen. Da macht es einfach mehr Spaß, gefressen zu werden.

Von Zombicide haben wir fast alles, was es für einen akzeptablen Preis zu kaufen gibt und was spielerisch auch noch sinnvoll ist. Über die erst Box, genannt Season #1 sind wir allerdings bisher noch nie hinaus gekommen. Für die Weihnachtsferien gab es daher den Plan, das mal endlich zu ändern. Gleichzeitig wollten wir mit den „Ultimate Survivors“ aus einzelnen Mission eine Kampagne machen, wodurch die Überlebenden an Erfahrung gewinnen und auch stärker werden — was angesichts der vielen Zombies auch bitter nötig ist.

Gut vorbereitet

Umgesetzt wurde der Plan gestern, als es hieß „Menschen vs. Zombies“. Nach einer kurzen Übungsmission zur Einführung und Auffrischung der Regeln spielten wir zunächst zwei Missionen aus der Season #1 Box.

  • Y-Zone
  • Das 24-Stunden Rennen von Zombicity

Das Rennen ist von beiden Missionen finde ich die witziger, auch wenn es nicht einfach ist, einen Charakter auf die maximale Erfahrungsstufe zu bringen. Für diejenigen, die Zombicide nicht kenne (schämt euch!): Die Figur mit der höchsten Erfahrungststufe legt die Aggressivität der Zombies fest, die am Ende einer Runde neu auftauchen. Die Missionen trägt nicht zu Unrecht das Wort „Rennen“ im Titel, denn es stehen in der Stadt auch Autos zur Verfügung, mit denen man ganzen Horden von Zombies einfach überfahren kann. Da mehrere Figuren in einem Auto sitzen können, kann auch beispielsweise einer fahren während der Beifahrer seine Uzi aus dem Fenster hält. Bloß keinen entkommen lassen!

Es sind so viele

So vorbereitet ging es dann an das Kompendium #1, eine ziemlich kostengünstig Erweiterung von Zombicide mit rund 50 Missionen. Genug für so eine Spielnachmittage und -abende. Hinzu kam dann die bereits erwähnte Erweiterung „Ultimate Survivors“, die wie wir fanden auch bitter nötig ist um einigermaßen gegen die Zombies zu bestehen. Nacheinander ging es dann durch drei Missionen:

  • A1 Verloren
  • A2 Ringsherum
  • A3 Wandas Vergeltung

Die ersten Mission überlebten leider nur die Hälfte der Figuren. Pech für die Verstorbenen, denn sie durften ihre gewonnene Erfahrung nicht mit in die nächste Missionen übernehmen. Zum Glück war die folgende Mission aber so was wie eine Verschnaufpause auf einer kleinen Karte, ohne Spawn-Punkte für neue Zombies. Man musste nur mit dem fertig werden, was durch den Spielaufbau auf der Karte platziert wurde.

Die Überlebenden

Mit einer kampferprobten Truppe ging es dann zum Schluss zu „Wandas Vergeltung“. Rache an ihrem Ex-Freund und Ex-Chef, die vermutlich auch vor ihrer Zeit als Zombies nicht besonders nett zu Wanda gewesen sind. Ein harter Kampf, der gegen Ende immer wieder zu einer Figurenknappheit führte — im Spiel bedutetet das einen zusätzlichen Zug für jeden Figurentyp, der sich nicht mehr im Vorrat vorhanden ist. So was kann brutal schnell zum Massaker führen. Mit etwas Glück, einer rasanten Autofahrt und einem selbst gebastelten Molotowcocktail konnte die gesamte Brut schließlich in die Schranken verwiesen werden. Sechs Überlebenden erreichten erschöpft den rettenden Ausgang.

Insgesamt sieben Stunden Zombiemasker — in jedem Fall ein neuer Hausrekord. Bisher hatten meine Frau und ich nur zu zweit gespielt. Die Spielregeln sehen dann vor, die insgesamt sechs Figuren aufzuteilen. Mit einer weiteren Mitspielerin bekommt jeder nur noch zwei. Im Prinzip ist dann immer noch die gleiche Anzahl Überlebender auf dem Spielbrett, aber sechs Spieleraugen sehen mehr als nur vier. Man kommt auf anderen Ideen, auch wenn man sich etwas darüber wundert, wenn Ned (einer der Figuren) im Müll herumstöbert.

Mein persönliches Fazit für den Abend: Es schreit auf jeden Fall nach einer Fortsetzung, dann aber mit noch zwei zusätzlichen Spielern — für noch mehr Spaß bei der Zombiejagd.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren