Kölner Altpapier

Kölner Altpapier

Erstaunlich lange ist es gut gegangen. Mittwochs abends, wenn ich nach Hause kam, war der Briefkasten entweder schön leer oder aber es befand sich nur das darin, was dort auch hineingehört — an meine Frau oder mich adressierte Sendung.

Auf dem Briefkasten steht ziemlich eindeutig „Keine Werbung“. Genau wie auf jedem anderen Briefkasten des Hauses, denn auch andere Bewohner wollen keine Werbung, die sie auch noch selber zum Altpapier tragen müssen.

Als ich gestern Abend am S-Bahnhof in Nippes ankam, hatte ich schon so ein ungutes Gefühl. Das nahm mit jedem Schritt, der mich näher an zu Hause brachte, weiter zu. An nicht wenigen Stellen flogen frisch zerfleddert, so genannte „Wochenzeitungen“ herum. Das sind kostenlos verteilte Werbeblätter. Das hiesige nennt sich „Kölner Wochenspiegel“. Auch ohne jemals irgendwo etwas unterschieben zu haben, wird man damit beglückt. Bei uns hat man es vor einiger Zeit auch schon mal versucht, bis ich mit einem freundlichen Telefonat die Sachen glaubte geklärt zu haben. Auch damals gab es schon diesen Hinweis am Briefkasten.

pstiegele / Pixabay

Bis auf so ein paar windige Verteiler für dubios Imbissstuben mit einem viel zu großen Angebot hat sich daran auch jeder gehalten. Zumindest bis gestern, denn der Briefkasten war verstopf mit dem Kölner Wochenspiegel. Das eine Paketbenachrichtigung dadurch keinen Platz mehr hatte, macht mich zusätzlich sauer.

Telefonisch konnte ich heute morgen bei der Rheinische Direkt-Werbung, die für den Wochenspiegel verantwortlich ist, niemanden erreichen. Schade, denn ich hatte große Lust meinem Unmut Luft zu machen. Es ist eine absolute Unverschämtheit, einen eindeutigen Hinweis am Briefkasten zu missachten und sich widerrechtlich am Eigentum andere zu schaffen zu machen. Als solches werte ich nämlich die unerwünschte Zustellung unter Nutzung meines Briefkastens.

Mir obliegt es, den Mist ins Altpapier zu geben. Zudem wird sich der Hausmeister wohl darum kümmern müssen, rund ums Haus in der Nachbarschaft aufzuräumen, da dort zerfledderte Exemplare des Wochenspiegels herumflogen. Man muss wohl nicht extra erwähnen, wer den Hausmeister bezahlt.

Über die Webseite der Rheinischen Direkt-Werbung habe ich dann ein Formular ausgefüllt, mit dem man darauf hinweisen kann, dass man keine Zustellung wünscht. Traurig, das so was notwendig ist. Da das Kommentarfeld auf wenige Zeichen begrenzt war, schrieb ich noch zusätzlich eine Mail an die genannte Adresse. dieses wird wohl, welch Ironie, im SPAM landen.

Ich verspüre wirklich große Lust, bei der nächsten Zustellung die unerwünschten Exemplare in einen Umschlag zu packen und an die Rheinische Direkt-Werbung zu adressieren mit Zusatz: Porto zahlt Empfänger
Keine Ahnung, ob so was funktionieren und helfen würde. Lieber Zusteller, wir können wirklich verstehen, dass dir die vielen Exemplare nach der ganzen Zeit, die du für wenige Kohle unterwegs bist, zu schwer werden. Wenn du sie schon unbedingt entsorgen möchtest, dann nimm doch bitte unsere Altpapiertonne. Du nimmst uns damit Arbeit ab, denn da landen die Ausgaben ehedem.

2 Replies to “Kölner Altpapier”

  1. Wenn ein Aufkleber „Keine Werbung“ am Briefkasten klebt, dann hat der Austräger ja alles richtig gemacht indem er die – laut Aufkleber – erwünschte kostenlose Wochenzeitung eingelegt hat… Das einlegen dieser Zeitungen muss explizit als unerwünscht erwähnt werden, laut einem Urteil von 2014 sind diese Zeitungen keine Werbung im sinne der Aufkleber.
    Auszug aus Wiki:
    „Bei redaktionellen Werbeblättern, Gratis-Wochenzeitungen oder kostenlosen Zeitungen mit Werbeeinlagen reicht der Hinweis „keine Werbung“ nicht aus, um sich vor der unerwünschten Zustellung dieser Hauswurfsendungen zu schützen. Hier muss der Hinweis um den Zusatz „keine kostenlosen Zeitungen“ ergänzt werden (OLG Hamm, Urteil vom 14. Juli 2011, Az. I-4 U 42/11).“
    In wie weit ein Telefonat mit der Redaktion / dem Vertrieb des Wochenblatts ausreicht oder ob hier eine schriftliche Untersagung erforderlich ist, ist nicht ganz klar – im Zweifel hat das Telefonat aber nie stattgefunden… ;-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren