Manchmal muss es zweimal sein

Manchmal muss es zweimal sein

Ketzerisch formuliert sind Bücher in entsprechenden Regalen zu Hause eigentlich nur ein intellektuelles Aushängeschild. Es soll sogar Firmen geben, die für zahlungswillige Kunden Bücher lesen und mit Anmerkungen und Knicken versehen lassen. So kann man sich ganz ohne selber ein Buch in die Hand nehmen zu müssen mit dem Bücherregal Eindruck schinden. Ob das hilft, wenn man auf ein bestimmtes Buch angesprochen wird, sei dahingestellt.

Beeindruckt bin ich auf jeden Fall, wenn ich in anderen Wohnungen gut gefüllte Regale sehe. Obwohl ich ziemlich genau weiß, was für ein „überholter Quatsch“ (ich selber lese viele eBooks) das eigentlich ist — etwas übertrieben formuliert. Selber mag ich natürlich auch solche Regale zu Hause, aber die mussten unseren Spieleregalen weichen. Neben den vielen offensichtlichen Unterschieden zwischen Brettspielen und Büchern ist es vor allem ein entscheidender Punkt. Spiele sind darauf ausgelegt, mehr als einmal gespielt zu werden.

Didgeman / Pixabay

Selbst gute Bücher lese ich nur ein einziges Mal. Nicht nur in der Regel, sondern das ist eigentlich immer so. In meiner Kindheit gab es da nur eine Ausnahme. Das Buch „Kampf um Troja“ habe ich insgesamt 10 Mal gelesen. Ein Buch in 45 (minus sechs) Jahren, das fällt nicht ins Gewicht.

Allerdings ist diese Woche ein zweites Buch hinzu gekommen, „Das Jesus-Video“ von Andreas Eschbach. Und dafür gab es einen guten Grund. Über zwei Jahre ist es her, dass meine Frau und ich auf einer Lesung von Andreas Eschbach in Köln waren. Anlass der Lesung war die Vorstellung seines neuen Romans „Der Jesus-Deal“, eine Mischung aus Prequel und Sequel zum „Jesus-Video“. Meine Frau hat sich das Buch damals gekauft und es sogar signieren lassen.

Ungelesen lag es seit dem Abend bei uns im Regal. Beim Umräumen nach der Spielmesse (wir brauchten Platz für neue Spiele und lagerten ein paar Bücher aus dem Wohnzimmer aus in andere Zimmer, wo noch Platz in Regal war) fiel mir „Der Jesus-Deal“ wieder in die Hände. Eigentlich wollte ich schon viel eher gelesen haben.

Unglücklicherweise ähnelt mein Gedächtnis manchmal einem Sieb (wobei in einem Sieb zumindest etwas hängen bleibt). An den Plot von „Das Jesus-Video“ konnte ich mich zwar noch grob erinnern, nicht aber an die einzelnen Figuren (mit Namen habe ich ehedem so meine Probleme). Es führt entsprechend kein Weg daran vorbei, das erste Buch zum Thema noch mal zu lesen.

In sehr kurzer Zeit ist mir das gelungen, auch wenn ich heute etwas müde im Büro am Schreibtisch sitze. Manchmal muss man auch mal eine Nacht mit einem Buch durchmachen.

Trotz des leichten Schlafdefizits fühle ich mich bereit, mit „Jesus-Deal“ anzufangen. Bin mal gespannt, wie das Buch weiter geht, denn bisher kenne ich nur den Anfang aus der Lesung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren