Cook Cart und Marios Keynote

Cook Cart und Marios Keynote

Wieder eine Hochmesse der bedingungslosen Konsumkultur und meine Frau und ich saßen dabei vorm Fernseher mit angeschlossenen Apple TV — trotz unseres erheblichen Unmutes über 13 Milliarden Euro, die Apple an Steuern eingespart hat.

Etwas über zwei Stunden wurde präsentiert, bei uns zu Hause auf dem Sofa machte sich zunehmend Langeweile breit. Aber dazu gleich mehr. Rückblickend wohl das Beste der Präsentation war der Anfang, quasi vor der Show. Tim Cook im Auto mit James Corden bei seinem „Carpool Karaoke“. Das hatte was.

geralt / Pixabay

Danach gab es erstmal zur Aufwärmung ein paar Infos zu Apple Music. Dann die eine kleine Bombe. Apple hat es geschafft, für das Thema Mobile Gaming Nintendo mit ins Boot zu holen. Meine Frau und ich waren für einen kurzen Moment wie elektrisiert. Mario auf dem iPhone. Das was dann aber gezeigt wurde, ist eher eine Flappy Bird Version denn eine richtiges Mario Spiel. Also Flappy Mario. Schade, hier wurde das Potential eindeutig verschenkt.

Das man jetzt innerhalb von Keynote, iWork und Numbers jetzt via iCloud gemeinsam an Dokumenten arbeiten kann ist für bestimmte Anwendungsfälle sicher ein konsequenten, sogar überfällige Weiterentwicklung. Hier musste Apple nachziehen zu dem, was Microsoft und Google bereits seit längerem anbieten. Für mich persönlich ist das jedoch nichts, was ich im Alltag brauchen werde.

Dann die Einleitung zu Vorstellung der erwarteten zweiten Auflage der Apple Watch. Apple als die Nummer zwei weltweit unter den Uhrenherstellern. Ob das wirklich so stimmt? Sei mal dahin gestellt. Die Keyfacts zur neuen Apple watch Series 2 sind auch hier wieder eine Weiterentwicklung des Bisherigen. Eine Wasserdichte Uhr, längst überfällig. Genau so wie ein helleres Display. Wobei es keine Konkurrenz zum dem Display der Garmin Chronos ist, denn die hat ein transreflektives Display. Sonnen— und Umgebungslicht werden als Lichtquelle zu Beleuchtung benutzt.

Schnellere Hardware in der Uhr, ok. Armbänder von Hermes — wer es nötig hat. GPS? Eine wirklich sinnvolle Ergänzung. Nach wie vor haut mich die Appel Watch nicht vom Hocker. Ich mag runde Uhren und verliebt, richtig verliebt habe ich mich die fenix Chronos von Garmin.

Die Apple Watch Nike-Edition ist nett, wenn man dafür Geld ausgeben will. Aber die Konkurrenz zu anderen Fitness-Trackern ist hier ziemlich groß. Wer wirklich alle seine Daten zu jeder Zeit erfassen will, wird vermutlich eher zu einem Produkt von fitbit oder vergleichbaren Armbändern greifen, um auch im Schlaf Messdaten zu erfassen. Mit der Appel Watch ins Bett gehen vermutlich die Wenigsten.

Kurz gab es den neusten Stand zu iOS, bevor der Star des Abends die gesamte restliche Zeit in Anspruch nahm — mehr als die Hälfte der Präsentation. Das iPhone 7. Sexy in Diamantschwarz, ohne Frage. Aber ob sich der Aufpreis von 110 Euro gegenüber den anderen Farbvarianten lohnt, wenn man ehedem ein Case verwendet?

So much better

Die 10 Gebote von Phill Schiller. Seine Vorstellung fiel auf Grund der Langatmigkeit unter das Betäubungsmittelgesetz. Das der Klinken-Eingang beim iPhone entfällt, wird bereits Wochen vorher gemunkelt. Die Argumentation von Schiller war dann nachvollziehbar. Die kabelgebunden earPods mit Lightning-Kabel machen einen guten Eindruck, die Noise-Reduction Funktion finde ich persönlich ziemlich interessant. Das man den Geräten auch noch ein Adapter für Klinken-Stecker beilegt, ist ungewöhnlich fair von Apple.

Ziemlich skeptisch sehe ich die neuen Stereo-Lautsprecher im iPhone. Klar hört sich damit Musik phantastisch an. Leider aber auch, wenn man sie nicht hören will zum Beispiel in Bus und Bahn. Hier wäre ein iPhone gut, was tatsächlich „Environment friendly“ ist.

Die Oral-B Zahnbürstenköpfe, sorry, AirPods sehen sexy aus, genau so wie Aufbewahrungsbox, die gleichzeitig zum aufladen verwendet wird. Ob ich dafür rund 150 Euro bezahlen würde? Eher nicht. Ich hätte auch ständig Angst, die Dinger unterwegs zu verlieren.

Technisch wurde das iPhone 7 aufgerüstet, natürlich schneller, wasserabweisend, und mit einer neuen Kamera ausgerüstet. Im iPhone 7 plus gibt es sogar zwei Kameras auf der Rückseite, die zusätzlich dient als optischer Tele-Zoom. Für ein Smartphone sicher revolutionär, wer jedoch wie ich auch (mittlerweile wieder) mit einer Digitalkamera unterwegs ist, der wird hie nur müde lächeln. Die Lichtstärke der Linsen ist sicher auch in der Praxis beeindruckend, würde bei mir aber nie ein Argument sein, auf eine richtige Kamera zu verzichten.

Es gab wohl noch ein paar mehr neue Features, die mir aber entfallen sind. Ein wirklicher Kaufgrund für das neue iPhone 7 hat sich bei mir nicht ergeben. Damit werde ich in diesem Jahr trotz auslaufendem Vertrag eine Pause machen und auf das nächste Jahr warten. Die Gelegenheit, mal an den monatlichen Kosten zu schrauben, denn das was ich alles bezahle, nutze ich nur zu einem Bruchteil.

Am Ende der gesamten Vorführung ergaben sich zwei entscheidende Fragen:

  1. Was sollte die alberne Tanznummer?
  2. Stellt Apple eigentlich noch Computer her?

Ernsthaft, ich frage mich wirklich, ob Apple überhaupt noch Interesse am Desktop-Bereich hat. Eine neues Betriebssystem ist ja schön und gut, aber neue Geräte dazu wäre noch besser. Sowohl meine Frau als auch ich brauchen dringend einen neuen stationären Rechner. Damit sind wir sicher nicht die Einzigen unter den Apple-Kunden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren