Doch meine Königin

Doch meine Königin

Die Monarchie und ich, wir stammen aus sehr unterschiedlichen Welten. Zu meinem Glück bin ich nicht als jemand geboren worden, der genussvoll die Yellow-Press konsumiert. Was ich über die englische Königin weiß — und das ist erstaunlich wenig — stammt aus Blättern wie der Süddeutsche Zeitung oder der Zeit. Neuerdings auch aus dem arte-Magazin, aber das würde jetzt hier zu einem ganz anderem Thema führen.

PublicDomainPictures / Pixabay

Elizabeth die II. wird heute 90 Jahre alt. Das ist für einen Menschen immer noch ein hohes Alter, liegt aber wohl in der Familie. Zu ihrem 90. kann man ihr gratulieren. Auch ganz herzlich, selbst wenn man weder Brite noch Anhänger der Monarchie ist. Was beides auf mich zutrifft. Bei Facebook formuliert es ein User treffend:

You dont have to be british to love our queen.

Wobei ich nicht soweit gehen würde zu sagen, dass ich die Queen liebe. Schätzen trifft es eher. Dafür gibt es Gründe. Man kann vieles gegen sie ins Feld führen, die Art der britischen Demokratie mit ihrer als repräsentative Staatsoberhaupt kritisieren und vieles mehr. Tatsache ist, die Queen ist so was wie ein ruhender Pol in den letzten Jahrzehnten gewesen.

Für unbestritten halte ich es auch, dass sie nur ein Mensch ist, ein Mensch, der eingezwängt ist in das Hofprotokoll. Reich mag sie sein, Freiheit wie sie der normale Bürger genießt, dürfte sie dagegen nicht viele haben. Sie stand und steht immer im Rampenlicht der Öffentlichkeit, muss Schicksalsschläge die ihre eigene Familie trafen, hinnehmen und sich an die Form halten. So was ist nicht leicht.

Die Queen ist für mich das Gesicht Englands und gehört zum Land genau so wie die Black Cabs, rote Telefonzellen oder das englische Pfund (beharrlich wird auf den Euro als gemeinsame Währung verzichtet). England, so wie ich es in der fünften Klasse im Englischunterricht kennenlernte. Klischees, historisches und ein wenig Romantik, vielleicht.

Natürlich ist die Queen nicht meine Königin. Ich bin deutscher Staatsbürger, mit möglicherweise irischen Wurzeln. Dennoch finde ich, und das war ein langer Prozess bei mir, das sie die richtige Person im Amt ist. Ein Amt, was es in Deutschland nicht mehr gibt und dem man auch keine Träne hierzulande nachweinen muss. Aber ein England ohne Queen? Unvorstellbar!

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren