Coffee to trash

Coffee to trash

Kaffee und ich, wir kennen uns schon sehr lange. Eine Geschichte, die ich in dem Zusammenhang immer erzähle ist, wie ich eigentlich zum Kaffeekonsum gekommen bin. Fast wie die Jungfrau zum Kind.

Meine erste Tasse Kaffee bekam ich mit der Einschulung. „Der Junge ist ja jetzt groß.“ Vermutlich hing es eher mit meinem ziemlich müden Gesichtsausdruck zusammen. Früh aufstehen lag mir noch nie besonders gut.

Unsplash / Pixabay

Während andere Kontakte mit Nahrungsmitteln für Erwachsen eher negativ von mir aufgenommen wurden — Bier zum Beispiel schmeckte mir nicht, ich bekam es auch nicht zum Frühstück und musste es mir selber „verschreiben“ — war ich von Anfang an kompatibel zu Kaffee. Anfangs noch mit Milch und Zucker, später dann nur noch mit „Milch“ (sofern man B & B als Milch im weiteren Sinne auffasst) beziehungsweise wenn vorhanden auch mit Milch. Der Anteil an Milch ist dabei eher über die Jahre gesunken.

In der so genannten Trotz-Phase meiner Spätpupertät stieg ich dann konsequent um auf Tee. Allein um mich von meinen Eltern zu unterscheiden. Aus dem Tee-Genuss machte ich eine Leidenschaft, die leider nicht mehr so ganz vorhanden ist. Erstaunlicherweise vertrage ich Tee nämlich nicht mehr so gut wie früher, während Kaffee nach wie vor literweise geht. Eine gewisse Qualität auch in der Zubereitung vorausgesetzt.

Wie dem auch sei, in meiner Kindheit und Jugend gab es das Phänomen „Coffee to go“ noch nicht so. Oder zumindest ist es mir nicht so in Erinnerung geblieben. Wenn man unterwegs einen Kaffee wollte, gab es draußen entweder ein Kännchen oder einen Automaten. Wie zum Beispiel auf dem Schulhof, der neben Kaffee auch Rindfleischsuppe und Cola ausschenkte. Ob aus einer Röhre oder drei, habe ich glücklicherweise verdrängt. Der Becher war aus 100% Kunststoff, was dem Heißgetränk auch einen leicht abenteuerlichen Geschmack verleiht.

Wenn man heutzutage einen Coffee to go ordert, erhält man in der Regel einen beschichteten Pappbecher. Der ist allerdings immer noch ein Problem für die Umwelt. Laut einer Schätzung werden allein in Deutschland davon jährlich 2,6 Milliarden verbraucht. Aus diesem Grund gab es jetzt von Seiten der Grünen in Hessen den Vorschlag, Kunden die mit einem eigenen Mehrwegbecher Kaffee kaufen, einen Rabatt einzuräumen.

Finde ich persönlich erstmal ganz gut, vor allem, weil es mal kein Verbot oder eine Bestrafung ist, sondern mit positiven Anreizen ein Umdenken anstoßen will. Weniger gut finde ich dagegen die Reaktion der SPD in Hessen, die von einer „grünen Symbolpolitik“ faselt. Wenn ich mir den Berg aus 2,6 Milliarden Becher vorstelle, wäre das ein ziemlich großes Symbol. Aber gut, vielleicht heisst „in der Opposition sein“ auch manchmal, dumme Sprüche von sich zu geben, wenn jemand anderes einen guten Vorschlag macht.

Egal Wiede Sache mit den Einwegbechern letztendlich ausgehen wird, ein Mensch hat sich mit Sicherheit bereits eine goldene Nase verdient. Nämlich der Erfinder diese Plastikdeckel für die Becher, aus denen man trinken kann. Die gab es bei allen meinen Erinnerungslücken definitiv früher nicht. Das Patent darauf hätte ich gerne gehabt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren