Kein Herz für Flüchtlinge

Kein Herz für Flüchtlinge

Im vergangene Oktober schrieb ich hier im Blog über die Aktion „Das E-Book für Flüchtlinge“. Mittlerweile ist viel Wasser den Rhein herunter geflossen und dich war gespannt, als ich eine E-Mail vom Verlag bekam. Die erste Reaktion beim lesen der Mitteilung war schlichtweg Enttäuschung. Danach wurde ich wütend.

Ganz ehrlich, es ist ein Charity-Projekt. Abzüglich der Marge für amazon und Co kommt der gesamte durch den Verkauf des Buches erzielte Gewinn Flüchtlingen zu Gute. Reden wir Klartext. Das Buch hatte einen Preis von 2,99 Euro. Bis Anfang dieser Woche sind bei der Aktion sage und schreibe 1,20 Euro herum gekommen. Das entspricht nach meiner Milchmädchenrechnung exakt einem Exemplar, verkauft über amazon, die 30 Prozent einbehalten. Bei 13 Autoren, die an diesem Buch mitgeschrieben haben. Bei rund 300 bis 400 täglichen Lesern in meinem Blog alleine.

ronymichaud / Pixabay

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In über drei Monaten wurde nur ein Buch verkauft. Nicht nur ich frage mich, woran das liegt. Haben wir zu wenig Werbung gemacht? Ist das Buch unattraktiv? Wäre ein gedrucktes Exemplar besser? Oder aber haben die Leser unserer Blogs einfach kein Herz für Flüchtlinge?

Nach dem die erste Wut verraucht ist, bin ich einfach nur noch sehr traurig. Der Preis für das Buch wurde auf 1,99 Euro gesenkt (wobei ich nicht glaube, es würde am Preis liegen). Zwei Euro für eine Sammlung Kurzgeschichten, zwei Euro (abzüglich der amazon-Marge) für Flüchtlinge. Will das Projekt wirklich keiner unterstützen?

Vielleicht haben wir nur den falschen Zeitpunkt erwischt um auf das Buch aufmerksam zu machen. Es ist untergegangen in einer Flut anderer Informationen. Falls es sich so verhält, hier noch mal explizit der Link zu amazon und Thalia. Bitte kauft das Buch, schreibt eine Rezension dazu. Helft mit!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren