Jammern auf kaltem Niveau

Jammern auf kaltem Niveau

Wohl über die gesamte Menschheitsgeschichte gibt es kein anderes Thema, welches für kontinuierlichen Anlass zu Diskussion sorgt. Worüber man sich vermutlich spätestens zeit der Steinzeit aufregt, ohne freilich etwas ändern zu können. Die Rede ist natürlich vom Wetter. bedingt durch den Klimawandel kann man darüber sogar jenseits von Smalltalk jedes Partygespräch bestreiten, wenn man zum Beispiel darüber debattiert, ob der Mensch dafür die Schuld trägt — oder ob es so was wie den Klimawandel überhaupt gibt (eine eher US-amerikanische Position).

jorisamonen / Pixabay

Zugegeben, auch ich nutze das Wetter zeitweise, um Stille in ein Gespräch zu verwandeln. Dennoch bin ich mir bewusst, im Prinzip nichts am Wetter ändern zu können. Man kann sich nur darauf einstellen. Wirklich gefallen hat mir der dritte Weihnachtstag bei über 16 Grad wohl kaum. Schnee draußen, wenn der geschmückte Tannenbaum drinnen steht, gehört zu meinen Weihnachtsphantasien.

Was mir jedes Quartal aufs neue auf die Nerven fällt, ist weniger das Wetter denn Leute, die offensichtlich vergessen haben, was Jahreszeiten sind. In unserem Breitengraden steht der Winter für Schnee und Kälte. Mittlerweile im Januar sogar ein paar Stürme. So was hat einfach zu wissen und stellt sich darauf ein. Nur weil es Weihnachten viel zu warm war, muss das ein paar Wochen nicht ebenfalls so sein. Unbeständiges Wetter ist mehr als nur eine Redensart.

Trotzdem wird seit vorgestern wieder gejammter. Klar, es wird kalt, das Thermometer fällt zum Teil unter Null Grad und sogar in Nordrhein-Westfalen soll es an diesem Wochenende Gegenden geben, in denen nicht nur Schnee fällt und gefallen ist, sondern liegen bleibt. Winter eben.

Mir macht das auch keinen besonders großen Spaß, bei Zugverspätungen auf eiskalten Bahnhöfen zu frieren. Eine weiße Winterlandschaft erfreut aber mein Herz. Zudem weiß ich, wie wichtig für die Natur ein ordentlicher Frost ist.

Nehmen wir also das Wetter so wie es ist, packen eine Schirm ein oder ziehen Mütze, Schal und Handschuhe an. Und wer Kinder hat und mit ihnen einen Schneemann bauen kann, wird ihnen genauso wie mit einer Schlittenfahrt ein Erlebnis verschaffen, was in Erinnerung bleibt.

Ich für meinen Teil wünsche mir für Köln zumindest ein paar Schneeflocken und kaufe schon mal Glühwein — denn der schmeckt auch nur, wenn es richtig kalt ist.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren