Ein Sonntag im April

Ein Sonntag im April

Eines der größeren Missverständnisse in Deutschland ist es, die Bahn für notorisch unzuverlässig zu halten. Sicher, es gibt genügen Einzelschicksale, von denen berichtet werden kann. Im Großen und Ganzen ist der Schienenverkehr erheblich verlässlicher als die Wettervorhersage — obwohl die Bahn einen ab und an im Regen stehen lässt.

Sich über einen halbwegs trocknen Tag, den letzten Sonntag im April, aufzuregen, hört sich erstmal ziemlich merkwürdig an. Ich für meinen Teil hatte aber eigentlich mehr erwartet. Mehr Regen. Und zwar so viel Regen, dass man besser auf wandern verzichtet. Entsprechend plante ich mein Wochenende, schlief heute endlich mal aus, nur um dann mit der bitteren Wahrheit konfrontiert zu werden: man hätte durchaus auch wandern gehen können. Für die paar Regentropfen wäre eine Kapuze ausreichend gewesen.

Klar kann man auch spontan sein. Bin ich aber nicht, wenn ich mir bereits andere Sachen vorgenommen haben, darunter auch welche, die viel zu lange aufgeschoben wurden. Wandern macht mir zumindest mehr Spaß als zum Beispiel die Wohnung zu putzen. Oder Schreibtisch aufzuräumen (was sich bei mir zum Glück auf das wuselige Ablagekörbchen beschränkt).

Von draußen scheint die Sonne rein, es grünt dank des Regens gestern und ich sitze am Schreibtisch und tippe. In ein paar Stunden ist es dunkel, dann fällt mir das leichter. Den Tag am Schreibtisch habe ich allerdings nicht hauptsächlich schreibend verbracht, sondern vor allem meinem neuen, auf WordPress basierenden Projekt Wandersehnsucht gewidmet. Obwohl die Basis ein fertiges Theme ist, gibt es noch genügend „Messerarbeit“ für mich zu tun. Vor allem liegt es an einem eigenen Plugin von mir, welches auf der Basis von Custom Post Types die Wanderstrecken darstellen soll. Mein Ehrgeiz dabei ist, dass die Einträge in der regulären Loop auf der Startseite angezeigt werden. Klappt auch soweit ganz gut, aber nach mehreren Eingriffen trennte ich mich dann von der Anzeige der eigentlichen Blogeinträge — und merkte erst später, dass ich diese doch noch gebrauchen könnte. Aber nicht auf der Startseite.

Schritt für Schritt entfernt man sich dann von der ursprünglichen Idee „nur mal eben die Farben“ anzupassen. Dank der Möglichkeiten von WordPress mit Child Themes kann man das gewählte Theme sauber ergänzen. Weniger einfach geht das mit Plugins. Sicher, man kann einfach das Plugin nehmen, seine Ergänzungen hinzufügen und fertig. Aber das ist alles andere als empfehlenswert. Bei Updates, die es gerade bei WordPress und Plugins für WordPress immer wieder gibt, verliert man auf diese Weise die Möglichkeit, das veränderte Plugin ohne weiteres auf den neusten Stand zu bringen. Je nach dem, wie schwerwiegende der Eingriff war, kann man möglicherweise das Plugin überhaupt nicht mehr aktualisieren. In Bezug auf potentielle Sicherheitslücken eine ziemlich schlechte Idee.

Nach dem ich herausgefunden habe, was ich eigentlich verändern muss beim Plugin, damit es meinen Wünschen und Vorstellungen entspricht, kommt jetzt der wesentliche schwierigere Teil — passend zum gerade einsetzenden Regen. Mit etwas Glück kann ich beim Plugin durch vorhanden Hooks Funktionen überschreiben oder aber Callback Funktionen aus dem Plugin in der functions.php meines Child-Themes entfernen und durch eigene ersetzen. Mal sehen, wie weit ich komme. Als letzte Möglichkeit könnte ich noch den Entwickler anschreiben, denn es ist schon komisch, warum er für einen Bereich ein Template zur Verfügung stellt, für den anderen, der mindestens genauso wichtig ist, jedoch nicht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren