Letzte Weihnachten, Szene VIII

Letzte Weihnachten, Szene VIII

Im Radio wurde ein Weihnachtslied gespielt. Normalerweise interessierte sich Lars weder für Weihnachtslieder noch hörte er Radio. In der Mail, die ihn im Büro erwartet hatte, stand allerdings eine Andeutung, die ihm dazu bewegt hatte, einen gewissen Sender einzuschalten. Früher wäre das wohl kein Problem gewesen, nur gehörte Lars zu dem wachsenden Kreis von Menschen, die gar kein Radio mehr besassen.

Genau das war auch der Grund, warum man Lars nahegelegt hatte, Radio zu hören. Etwas würde passieren, hieß es in der Mail. Man habe damit rechnen müssen und dennoch, einige träfe es völlig unvorbereitet. Mehrmals hatte Lars den Text lesen müssen, bis ihm endlich klar geworden war, was man von ihm erwartete. Es ging gar nicht darum, auf er skurrile Art Hörer zu gewinnen. Der Absender hatte sich mit einer konkreten Bitte an Lars gewandt. Eine Art Auftrag, so wie Lars es verstand.

Leider nicht der lukrative Auftrag, auf den er gehofft hatte, aber zumindest geeignet, sich bis dahin die Langeweile zu vertreiben. Das ganz anders kommen würde, ahnte Lars zu diesem Zeitpunkt nicht. Und selbst wenn er es geahnt hätte, wäre er genau so vorgegangen, einfach aus Neugier heraus.

Der um Heiterkeit bemühte Moderator sprach von Rentieren, die man angeblich ins Studio geladen habe.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren