Das Keksimperium

Das Keksimperium

Das Ultimatum ist abgelaufen, die geforderten Kalorien wurden nicht — falscher Film. Zudem bin ich bereits seit dem letzten Wochenende dabei, eine ganze Armada Keksdosen zu füllen. Ich bin im Besitz zahlreicher Plätzchenrezepte und werde sie auch benutzen Dabei bin ich in den restlichen Monaten des Jahres eigentlich eher weniger ein Backfreund, auch wenn ich selbstgebackenes unheimlich gerne esse. Im Gegensatz zum kochen habe ich beim backen immer die Befürchtung, viel falsch machen zu können. Wenn das Zeug einmal im Ofen ist, gibt es keine Einflussmöglichkeiten mehr. Aber gut, mit der Erfahrung lässt sich das meistern. Man gewinnt einfach Vertrauen in das Rezept und in seine Fähigkeit, es richtig zu lesen.

Wenn ich nachrechne, ist Backen an sich deutlich teurer als wenn man Fertiges im Laden kauft. Wobei das was man kauft, sich in ziemliche Bandbreiten in Bezug auf die Qualität bewegt. Und nicht immer ist der Preis ein Indikator dafür, dass einem die Plätzchen auch schmecken. Wenn man den ehrlichen, authentischen Geschmack will, führt ehedem kein Weg daran vorbei es selber machen zu lassen oder wirklich selber zu machen. Bereits im letzten Jahr haben meine Frau und ich festgestellt, wie gut uns die eigenen Plätzchen schmecken. Die gekauften Weihnachtssüßigkeiten blieben so lange auf dem Teller, wie noch eigene Plätzchen vorhanden waren. Daher haben wir für 2014 beschlossen, mindestens 90 Prozent dessen, was auf die traditionellen Weihnachtsteller bei uns kommt (im Gegensatz zu Kölner Gepflogenheiten reden wir über etwas, was wir seit über 15 Jahren so machen) selber gemacht wird.

Durch Wohnung zieht von heute Mittag immer noch ein Plätzchenduft. Weihnachtliche Gewürze mit guter Butter. Erinnerungen werden wach an die eigene Grundschulzeit, an Früher und zu Hause. Es ist ein Stück Weihnachten und Teil der Vorweihnachtszeit, Plätzchen selber zu machen. Meiner Frau habe ich schon angedroht, ein Imperium aus Keksen zu errichten. Seit wenigen Stunden bin ich auch im Besitz eines klassischen Fleischwolfs, der zur Produktion von Spritzgebäck missbraucht werden kann. Einem fließbandartigen Ausstoß steht nur das Limit der verfügbaren Blechdosen im Weg.

Ganz nebenbei ist auch so eine Art „Best-of“-Liste von Keksen entstanden. Rezepte, die auch mit weniger Talent garantiert gelingen. Nur ein einziges Rezept benötigt vier Hände. Dafür sind die selbstgemachten Mandelhörnchen dann wirklich unschlagbar. Bei Interesse könnte ich meine Informanten sogar preisgeben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren