The Return of Sodastream

The Return of Sodastream

Das letzte Mal sprudelte es in Bielefeld bei uns in der Wohnung. Vor etwa sechs Jahren haben meine Frau und ich unseren Sodastreamer entsorgt. Es war unser zweites Modell, nach dem wir 1999 den Ersten zu einem ganz bestimmten Tag im September geschenkt bekamen. Wir hatten das Gefühl, irgendwas würde uns im Wasser fehlen. Wir wechselten zurück auf abgefülltes Wasser, mal mit, mal ohne Kohlensäure.

Dann kam 2010 der Umzug. Das Sodagerät landete, wenn ich mich richtig erinnere, auf dem Speermüll. Es was auch ganz gut so, in Köln damit gar nicht erst anzufangen. In unserer ersten Wohnung im Agnesviertel habe ich dem Wasser nicht über den Weg getraut. Das lag nicht an Rheinenergie als Wasserversorger, sondern am Hausanschluss. Bei Rohren, die möglicherweise 40 bis 50 Jahre als sind, sollte man sich gut überlegen, was man mit dem Wasser machen kann — direkt aus dem Hahn trinken auf jeden Fall nicht. Wir blieben daher also bei abgefülltem Wasser aus dem Supermarkt, was mühsam Flasche für Flasche nach Hause geschleppt werden musste.

Durch den Umzug in die autofreie Siedlung Stellwerk60 wurden die Karten neu gemischt. Die ganze Siedlung ist erst ein paar Jahre alt, die Leitungsrohre entsprechend ebenfalls. Die Wasserqualität ist, so mein Eindruck, einwandfrei. Wir stiegen daher wieder um auf das gute Kraneberger.

So gerne ich auch stilles Wasser trinken, manchmal fehlt mir allerdings doch etwas Kohlensäure — medium mag ich es am liebsten, da ich mich ungern wie ein Gasballon fühlen möchte. Obwohl ich eigentlich abgefülltes Wasser ablehnen und Tap Water ganz klar bevorzuge (aus einer Vielzahl von Gründen), fanden sich gelegentlich Wasserflaschen in unserem Einkaufswagen. Überzeugung ist gut, aber Geschmack ist manchmal etwas stärker. Es hat fast acht Monate gedauert, bis ich mir darüber im Klaren war, was ich wirklich wollte.

Nach dem ich mich Anfang des Jahres schon mal mit meinem Problem beschäftigt hatte, dauerte es noch mal ein paar Monate. Vergangen Sonntag konnte ich mich endlich durchringen und seit gestern Abend steht wieder ein Trinkwassersprudler bei uns zu Hause in der Küche. Der Effekt: ich trinke wieder mehr Wasser statt nur Tee oder Kaffee.

Geschmacklich kommt das selbst aufgesprudelte Wasser durchaus an das heran, was einem im Supermarkt verkauft wird. Das liegt vor allem aber an der Zusammensetzung des Wassers. Aus den Wasserhähnen in Köln fließt sehr hartes Wasser. Schlecht für Elektrogeräte, aber gut für den Menschen. Je härter das Wasser ist, desto mehr Mineralien wie zum Beispiel Calcium und Magnesium sind. Dazu hatte ich mir letztes Jahr im Mai schon mal Gedanken gemacht. Was man daher nicht machen sollte, ist gefiltertes Wasser im Sodastreamer verwenden, denn dadurch Filter man den größten Teil der Mineralien aus dem Wasser. Das ist bei Kaffee und Tee durchaus gewünscht, bei Sprudelwasser tut man sich damit aber keinen Gefallen.

In den kommenden Wochen werde ich gespannt mich selber beobachten und schauen, wie sich meine Trinkgewohnheiten verändern. Gerade wenn ich in der Vergangenheit konzentriert am Schreibtisch gearbeitet hatte, war ich mitunter doch zu bequem, mir neuen Tee zu machen. Mit dem Effekt, dass irgendwann meine Konzentration erheblich nachließ, weil ich deutlich zu wenig getrunken hatte — das hängt zumindest bei mir ziemlich stark voneinander ab. Mit einer Flasche Sprudel neben dem Schreibtisch sollte es etwas einfach sein, dem Flüssigkeitsbedarf meines Körpers zu stillen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren