Merkel und das Dschungelcamp

Man darf sich zwischendurch auch mal ein gutes Buch gönnen. Zum Beispiel „Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling. Tränen lachen beruhigt, wenn man zuvor schlechte Krimis Gelsen hat. Um die soll es aber gar nicht gehen. Auch nicht um „10 Jahre Facebook“ — was dran liegt, dass der NSA bereits am 4. November 1952 gegründet wurde und wir alle den 50. Jahrestag um knapp zwei Jahre verpasst haben. Aber wir hätten ja auch mal zuhören können.

Zurück zu Kling und seinem Känguru. In inmitten des Wahnsinns verbergen sich tiefgründige Weisheiten und Einsichten in Zusammenhänge. Mit einem Mal erklärte sich einem so einiges, was in diesem Land vor sich geht. Absolutes Highlight ist die Erklärung, warum Merkel erneut Bundeskanzlerin ist. Ein großer Teil der Privatfernsehen-affinen Wählerinnen und Wähler haben die Bundestagswahl mit dem Dschungelcamp verwechselt. Beim Dschungelcamp wählt man jemanden raus, nicht rein. Dementsprechend haben nicht wenige Bürgerinnen und Bürger eigentlich in der Absicht gehandelt, Merkel im Fernsehen nicht mehr sehen zu müssen. Das ist, wie wir wissen, gründlich schief gegangen. Was soll man jedoch erwarten, denn selbst die Menschen wählen gehen dürfen, für die auf den Tiefkühlpizzakartons drauf steht „Folie vor Verzehr entfernen“.

Als Trost, gerade für SPD-Mitglieder dürfte es gelten, was sich aus dem Wahlergebnis für die Sozialdemokraten schließen lässt. Rund 25 Prozent der Zuschauer würden Sigmar Gabriel am liebsten nach Hause schicken. Wirklich spannend ist auch noch, wer denn, wenn man diese Idee zu Grunde legt, Dschungelkönig, bzw. Bundeskanzler geworden wäre.

Bei der ganzen Phantasie, die mit einem durchgeht, steht eins auf jeden Fall fest. Egal ob der Bundestag ein Dschungelcamp ist oder nicht, die Kröten müssen die Wählerinnen und Wähler schlucken.

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