30 Jahre Apple — mehr als eine Begegnung

Der erste Apple-Rechner, den ich gesehen habe, war der Macintosh II. Mitte der 80er Jahre, eine Computermesse in der Niederrheinhalle in Wesel. Zu der Zeit hatte ich selber noch einen C64. So was wie ein Apple befand sich außerhalb meiner Reichweite, allein schon preislich. Ein paar Jahre später kaufte sich ein guter Freund seinen ersten Mac. Den Finanzierungs-Fahrplan dort hin hatte er sich aufgezeichnet und in sein Studentenzimmer aufgehängt.

Für mich selber war ein Computer von Apple noch kein Thema. Nach einem gebrauchten 286er zum Studienbeginn wechselte ich zwei Semeser weiter auf einen Pentium 100, mit der ersten Version von Windows 95. Das das der Beginn einer Leidensgeschichte war, versteht sich von selber. Wenn ich mich über meinen Ärger mit dem Computer bei meinem Freund ausheulte, hieß es lediglich lakonisch: mit Mac wäre das nicht passiert.

Was dann passierte, war leider ziemlich traurig, mein Großvater starb. Mein Bruder und ich erbten etwas Geld. Ein Teil davon investierte ich in meinen allersten Mac, ein Powerbook 5300 mit Graustufen-Display. Damit erwischte ich zum Einstieg ausgerecht die Serie, welcher der Ruf „schlechteste Apple-Produkt aller Zeiten“ bekommen sollte. Das Display war mies verklebt, Der Akku gab merkwürdige Geräusche von sich und auch sonst gab es ein paar Probleme. Trotzdem war ich angefixt. Nach mehreren Reklamation tauschte ich das Powerbook 5300 mit Aufpreis gegen ein Powerbook 1400c. Ein Gerät, was sehr lange nutzte und welches sich immer noch in meinem Besitz befindet. Für mich ist es der erste richtige Apple Computer. Neben einem CD-ROM-Laufwerk, welches mit einem Handgriff durch ein Diskettenlaufwerk ausgetauscht werden konnte, gab es noch eine Kuriosität. Das Powerbook hatte eine austauschbare Blende am Deckel. Entweder verwendete man die aus grauem Kunstoff oder die beiliegende alternative Version, welche nicht nur transparent war sondern auch ermöglichte, verschieden Pappeinschieber zu verwenden. So ließ sich die Rückseite des Powerbooks individuell gestalten.

Für das Powerbook wurde dann diverses Zubehör angeschafft. Ein Zip-Laufwerk, auf dessen Speichermedien sagenhafte 100 MB passten sowie ein Scanner, der ein Gewicht hatte, was heute nicht mal drei Geräte zusammen auf die Wage bringen würden.

Kurz vor der Jahrtausendwende, 1999, wurde bei mir das Powerbook abgelöst durch einen stationäres Gerät. Ein Powermac G3, diese fantastische Tupperdose in bondi-blue. Das war der erste und leider auch der letzte Mac für mich, den ich gnadenlos selber aufrüsten konnte. Mit einem Griff an der seitlichen Öse kam man an die Innereien des Rechners ran. Von mir bekam der Mac einen zweite Festplatte, weil mir 6 GB zu wenig waren. Speicher wurde aufgerüstet, das CD-ROM-Laufwerk gegen einen CD-Brenner getauscht und auch noch ein Zip-Laufwerk eingebaut. Alles Standard-Komponenten aus dem PC-Bereich, die tadellos liefen, auch noch unter Mac OS X. Passend zum Rechner hatte ich auch den farblich identisch Monitor von Apple.

Der G3 war ein richtiges Arbeitstier. Oft lief er tagelang durch, ohne das er sich in irgendeiner Form beklagt hätte. Nur WLAN, dass hatten wir damals noch nicht, weshalb ich selber meterlang Patchkabel inklusive Aufputz-Dosen verlegte. Als ich den G3 schließlich verkaufte, fiel das wirklich schwer. Sein Nachfolger war dann ein iMac G5. Wie zuvor das Powerbook 5300 war der iMac auch ein Montagsmodell und wurde innerhalb von zwei Wochen noch mal getauscht. Ausgetauscht wurde später auch die Tatstatur, allerdings aus einem anderen Grund. Meine besser Hälfte hatte beim World of Warcraft spielen ihren Becher Caro-Kaffee darüber verschüttet. Auch die zweite Tastatur wies die gleiche Schwergängigkeit, eignete sich aber hervorragend als Krümelschublade.

Als ich dann, wieder etwas später, in Essen meinen neuen Job antrat, kaufte ich mir erneut einen portablen Computer. Ein 15″ Mac Book Pro. In der dreijährigen Nutzungszeit war es zwei Monate in Reparatur. Immer wieder wegen des Displays, welches sich nach einiger Zeit gelblich verfärbt. Er kurz bevor ich mich von dem Mac Book trennt, hatte ich ein Austausch-Display erwischt, welches einwandfrei war. Das Ganze hat mich viel Nerven gekostet und nur durch Beziehung stand mir während der Reparatur immer ein Austausch Gerät (Mac Book) zur Verfügung. Durch den ständigen Datentransfer hatte ich am Ende ein ziemlich verwuscheltes System auf der Platte, was sich dank Migrationsassistent auch noch auf dem nächsten Mac so hielt.

Es folgte ein Mac Book. Vom Gewicht eine deutlich Verbesserung, aber auch im Hinblick auf die Verarbeitung. Der Uni-Body gehört für mich zu den Dingen, die Apple wirklich weiter voran gebracht hat — stabil, wertig und robust. Leider führte das aber dazu, dass sich Komponenten nahezu gar nicht mehr austauschen ließen. Von dem Gedanken, noch etwas selber austauschen zu können, verabschiedete ich mich spätestens bei meinem aktuellen Arbeitsrechner, ein MacBook Air. Dennoch bereue ich es nicht, mich für dieses Modell entschieden zu haben. Es ist leicht, was besonders wichtig ist, wenn man es täglich rumschleppt, es ist, dank SSD-Platte, verdammt fix und kommt mit einer Akku-Ladung enorm lange aus.

Zu Hause steht noch ein drei Jahre alter Mac mini, den ich privat nutze. Daneben gibt es noch iPhone und zwei iPads, da ich mich nicht für einen Größe entscheiden konnte.

Der nächste Rechner zu Hause wird dann wieder, aller Wahrscheinlichkeit nach, ein iMac sein, da der Mac min mittlerweile preislich ziemlich unattraktiv geworden ist. Besonders dann, wenn man wie ich einen neuen Bildschirm benötigt.

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