Müslibeobachtungen bei angeschnittenem Stollen

Nur noch ein paar Tage, dann sind in den Supermärkten endlich wieder die Weihnachtssüßigkeiten verfügbar. Der Herbst kündigt sich bereits an, die Sonne brennt nicht mehr gnadenlos, sondern erfreut mit ihrer Milde. Der Altweibersommer, ein warmes Ausklingen des Sommers, wie es nahezu poetisch bei Wikipedia heisst.

Während mir die erwähnten Süßigkeiten bereits im herbstlichen Wetter schmecken, gibt es anderen Dinge, die mir gar nicht liegen. Ja auch die Laubbläser, aber mich beschäftigt derzeit die Müslifrage. Wieder einmal, müsste ich hinzufügen. Nach zahlreichen Versuchen bin ich jetzt zumindest in Bezug auf die flüssige Komponente meines Frühstücks sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Sojamilch vertrage ich von allen Dingen am besten. Dabei habe ich keine modische Laktoseintoleranz, sondern nur das Gefühl, mit Milch im Müsli würde man mir Steine in den Bauch füllen. Man kennt das vom Wolf aus Rotkäppchen, mit dem es ein unrühmliches Ende nahm. Die Sojamilch mag ich am liebsten in der Variante ohne Zusätze, als einfach bestehen aus Wasser und Sojabohnen. Wenn man weiss, wo sich solche am besten kaufen lässt, liegt sie preislich auf gleicher Höhe wie ein Liter Milch – zumindest dann, wenn man ansonsten Milch kauft, die ansatzweise ein faires Einkommen der Bauer ermöglicht.

Auf Milch selber verzichte ich zwar im Müsli, nicht aber im Kaffee. Mit Sojamilch schmeckt der einfach nicht, zumindest nicht mir. Aber ich habe auch keine Probleme mit Milch. Weder gesundheitlich noch ideologisch. Kommen wir aber wieder zurück zu den anderen Komponenten. Bisher vermisse ich eine Lieblingssorte. Diverses habe ich bereits ausprobiert. Meistens lande ich wieder bei Sorten von Kölln (das zweite l ist kein Tippfehler, muss man bei mir ja immer dazu schreiben) oder Dr. Oetker. Das Zeug aus der Radiowerbung taste ich nicht an, auf Grund der Radiowerbung. Lieber wäre allerdings, wenn mein Müsli aus dem Bioladen kommen würde oder sonst woher, solange es Bio ist. Online bestellen, zumindest bei den Shops, die ich bisher kenne, mag ich nicht, denn ich kann rechnen. Selbst im Edelbioladen sind die Preise pro 100g günstiger.

Bevor der Faden in der Müslischale verschwindet, obwohl er dort gar nicht hingehört, konzentriere ich mich an dieser Stelle auf meinen letzen Versuch. Müsli von einem Anbieter aus dem Bioladen, der tolle fruchtige Brotaufstriche und fantastische Honigsorten fabriziert. Da muss das Müsli gut sein, dachte ich. Die Wahl fiel auf ein Früchte-Müsli mit Amaranth. Was das genau ist, musste ich mir auch erstmal anlesen. Amaranth ist Pflanze, deren Samen Ähnlichkeiten mit Hirse hat. Korn der Inkas, nennt man Amaranth. Wer den muffigen Geschmack des Getreides im Mund hat, weiss auch warum. Die Inkas sind schon lange von der Bildfläche verschwunden. Vermutlich hatten sie auf Grund ihres Müslis keine Chance gegen die Eroberer. Mag sein, dass das Getreide besonders gesund ist. Mir jedenfalls schmeckt es nicht.

Auch wenn ich Lebensmittel vor Ablauf des Verfallsdatums nur ungern wegschmeisse, landete die angebrochene Packung Müsli im Mülleimer. Sicher, ich hätte das Müsli irgendwo spenden können. Eine so ausgeprägte sadistische Ader, diesen Geschmack andern zumuten, habe ich allerdings nicht.

Für mich geht die Suche nach dem richtigen Müsli weiter. Möglicherweise finde ich vor Weihnachten noch etwas, was mir wirklich schmeckt. Und wenn nicht, ist Christstollen zum Frühstück auch eine Alternative.

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