Programmiertes Wasser

An bestimmten Tagen stellt man fest, wie sinnvoll es gewesen wäre, verlinkte Webseiten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Man erschreckt sich schon, wenn man durch einen Kommentar auf so genannte programmiertes Glas hingewiesen wird.

Wissenschaftlich wenig haltbar dürften Aussagen wie diese sein:

Das programmierte Glas der Flaska verändert die Vibrationsstruktur des Wassers.

Der Hersteller selber verweist drauf, dass die Strukturierung von Wasser „auf Erkenntnissen und Theorien [basiert], die Behörden nicht anerkennen oder mit denen sie sich nicht beschäftigen“. Sehr ausführlich wird das angewendete Verfahren in einem Artikel zum ThemaStrukturierung des Wassers beschrieben.

Wie bereits gestern erwähnt, habe ich mich für die Flasche von retap entschieden, wobei auch die Flaska in die engere Wahl gekommen ist. Aber nicht, weil sie aus programmierten Glas besteht. Meine Entscheidung für eine Flasche Glas hat andere Gründe, wie man nachlesen kann.

Esotherischen Dingen wie „Mondwasser“ stehe grundsätzlich skeptisch gegenüber. Würde man mich frage, was Wasser weiß, wäre das Ergebnis erstmal ein dummer Gesichtsausdruck. Trotzdem möchte ich das Thema nicht so schnell abhaken.

There are more things in heaven and earth, Horatio,
Than are dreamt of in your philosophy.
Shakespeare, „Hamlet“ (1.5.166-7), Hamlet to Horatio

Das hat allerdings weniger mit Shakespeare zu tun, sondern mit einer anderen Art Fiktion, der Serie „Dr. Who“ – schwer nachzuvollziehen, erklärt sich aber schnell. Bei „Dr. Who“ geht es um Zeitreisen. Der Doktor trifft auf Menschen und Außerirdische unterschiedlicher Epochen. Manche Gegenstände wie ein Mobiltelefon sehen für Menschen für Menschen aus, sagen wir mal dem Jahr 1952 abenteuerlich aus. Würde man ihnen erklären, dass wir in ihrer Zukunft uns unserer Gegenwart Informationen auf Sand speichern, würden sie uns für verrückt erklären.

Nun, wir speichern Information nicht direkt auf Sand, sondern auf Produkten aus Silizium. Sand besteht dabei hauptsächlich aus Siliciumdioxid. Überings besteht Glas ebenfalls aus Siliciumdioxid. Und Glas ist, so erklären einem Chemiker, eine zähfließende Flüssigkeit. Gut beobachten kann man das an sehr alten Fenstern, bei denen der obere Teil der Scheibe dünner ist als der untere.

Wasser in einer Glasflasche ist demnach Flüssigkeit in einer Flüssigkeit. Das ist noch lange kein Beweis dafür, dass man Glas oder Wasser programmieren kann. Es sollte nur ein Stück weit den eigenen Blickwinkel etwas vergrößern. Ganz sicher werde ich im Sommer mal eine Flaska bestellen und selber ausprobieren, ob das Wasser draus anders schmeckt.

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