Cybermen

DER CHEF und ich sind derzeit dabei, uns durch die einzelnen Staffeln von Dr. Who (beginnend mit der 1. Staffel der neuen Serie) zu arbeiten. Die Serie genießt nicht zu Unrecht Kultstatus.

In der zweiten Stafel, Folge 5 und 6 (oder anders gezählt beim 10. Doktor…) tauchen in einer Parallelwelt der Erde die Cybermen auf. Lassen wir mal unter den Tisch fallen, dass es laut Wikpedia.de Cybusmen sind, denn eigentlich ist das eher unrelevant

Viel interessanter dagegen, wie diese Cybermen (oder eben Cybusmen) entstanden. Ein todkranker Wissenschaftler entwickelt sie als Menschen 2.0, um sich selber von Schmerzen und Krankheit zu befreien. In seinem Wahn will er der gesamten Menschheit ein Upgrade verpassen. Im Rahmen diese „Upgrades“ wird das Gehirn des Menschen in den Stahlkörper übertragen, der Rest als unbrauchbar verbrannt und jegliche Emotionen via Chip ausgeschaltet. Der Plan von John Lumic wird durch den Doktor und seine Helfer vereitelt, die vorher mit ansehen musste, wie die Menschen ferngesteuert und ohne Wiederstand zu ihrem Upgrade geführt wurden.

Ursache für den fehlenden Wiederstand waren die von allen getragenen EarPods, die via Download nicht nur für die neusten Nachrichten, Unterhaltung und Telefongespräche genutzt wurden, sondern eben auch, um das ultimative Update einzuleiten.

Soweit die Filmhandlung. Die Erststrahlung der Folge war im März 2006, ein Jahr vor dem ersten iPhone und noch ein paar Jahre weiter entfernt von Google Glass.

Unmittelbar nach der Dr. Who Folge fragte ich, wer denn um Himmels willen auf die Idee kommen würde, freiwillige solche EarPods zu tragen, nur um jederzeit informiert zu sein. Die Gefahr müsse doch offensichtlich sein, die so ein direkt am Körper getragenes Devices darstelle. Und dann vielen mir das Projekt Glass von Google ein. Über ein Mangel an Freiwilligen, die dieses Produkt in der Entwicklungsphase testen wollen, kann sich Google nicht beklagen.

We have been overwhelmed, entertained and inspired by your responses.
Quelle: Webseite Google Glass

Kritik gab es bisher, soweit mir bekannt ist, lediglich von Datenschützern. Dabei geht es um die Personen, die durch die „Brille“ erfasst, fotografiert und gefilmt werden können, ohne das sie es bemerken oder damit einverstanden sind. Wie sich Glass auf den Träger auswirkt, wurde zumindest noch nicht groß diskutiert.

Vermutlich wird keiner von uns in absehbarer Zeit einem Upgrade unterzogen. Trotzdem macht es nachdenklich, wie allzu bereitwillig wir neue Technik mit offenen Armen willkommen heissen, ohne um die Folgen für uns und unser Leben zu wissen. Verspricht uns jemand, dass mit diesem Device alles besser wird, werden wir blind gegenüber jeglicher Kritik.

Der Schritt vom Geek zum Cybermen ist manchmal nur ein ganz kleiner.

Kommentar verfassen