Vom plotten und planen

Die Zeit vor dem NaNoWriMo besteht für mich nicht nur darin, sich mit unterschiedlichen Tools auseinander zu setzen, sondern dient auch der Vorbereitung dessen, was ich im November schreiben möchte.

Der Prozess, wie ein Text oder eine Geschichte bei mir entsteht, ist nicht immer gleich. Manchmal habe ich schon ein genaue Vorstellung von Anfang und Ende. Es gibt aber auch Fälle, wo es weder eine grobe Idee noch sonst etwas gibt – nur vereinzelte Ideensplitter. Daraus dann einen Krimi zu entwickeln, der 50.000 Wörter oder länger wird, ist schon eine ziemliche Herausforderung. Genau der stehe ich gerade wieder gegenüber. Die Handlungsorte stehen fest, ebenso wie ein Teil der Figuren und die Anfangsszene. Bis zum Ende ist es aber noch ein weiter Weg.

Typische Mindemaps sind nicht mein Ding, denn nicht selten habe ich mehr als einen zentralen Begriff. Bei mir entsteht dann ein Gedankenmuster, einzelnen Fäden gehe ich nach, schaffe Verbindungen zu vorhanden Begriffen und ergänze meine Karte um neue. Dabei entstehen Sackgassen, aber auch Pfade, auf denen man im Kreis gehen kann.

In weniger als zwanzig Tagen muss ich auf diese Weise meinen Plot entwickelt haben. Neben dem Netzplan meiner Gedanken gibt es noch einen Stapel mit Karteikarten, auf denen Stichworte und Ideen notiert sind und die ich in unterschiedliche Haufen sortiert habe. Es ist sozusagen die zweite Stufe.

Parallel dazu gib es noch die einzelnen Kapitel, die ich zunächst in einem Outliner anlege und dann um die Synopsis ergänze. Das was an ersten Rechercheaufgaben dringend (vorab) zu erledigen ist, wird mit gelber Farbe markiert. Bei all der Planung gibt es bei mir jedoch kein klassisches Stufendiagramm oder einen konventionellen Aufbau der Handlung. Viel wichtiger ist mir und dabei hilft mir auch mein Netzplan, die Motive der handelnden Figuren zu durchleuchten. Auch als Autor will ich wissen, was sie antreibt. Letztendlich folge ich damit einem Schreibansatz, bei dem die Figuren Motor der Geschichte sind. Ich schicke sie in eine bestimmte Konstellation und beobachte, was dann passiert. Als Autor habe ich dabei die Hoffnung, dass sie sich entlang des Weges bewegen, den ich als roten Pfaden für den Krimi vorgesehen habe. In der Regel funktioniert das erstaunlich gut. Als Krimiautor habe ich zudem den Vorteil, widerspenstige Figuren auf hässliche Weise verschwinden lassen zu können. Ich denke, genau das wissen die und sind deshalb so verdammt artig.

Spaß beiseite. Man sagt, es gäbe zwei Vorgehensweisen. Die handlungsorientierte und die figurenorientierte Plotentwicklung. Meiner Meinung nach entspringen alle Ideen dem Kopf des jeweiligen Autors. Keine seiner Figuren ist wirklich eigenmächtig, sondern sie verhält sich letztendlich genau so, wie es der Autor, bewusst oder unbewusst, will. Der fertige Plot wirkt auf den Leser je nach Vorgehensweise des Autors unterschiedlich, weil ein anderer Schwerpunkt gesetzt wurde. Fakt ist aber die Fiktion, die die Grundlage in beiden Fällen bildet.

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