Neu Deli

Deli ist eigentlich eine Margarine. Schreibt man es mit H nach dem L, wird daraus eine Stadt im Norden von Indien. Schreibt man das Wort statt dessen klein, wird daraus, nun ja, eine neue Kochzeitschrift.

Fangen wir aber vorne an. Die Geschichte der von mir gekauften Kochzeitschriften ist keine Geschichte voller Missverständnissen, auch wenn ich ab und an Exemplare dieser Gattung erwarb, die im Altpapier besser aufgehoben waren als im heimischen Regal. Aber ich wollte von vorne anfangen. Das bedeutet in diesem Fall, zurück zum Anfang meines Studiums zu gehen und dort auf eine Kommilitonin zu treffen, die wie ich gerne kochte. Sie kaufte sich schon seit längerem eine Zeitschrift namens „schöner essen„, die auch ich danach regelmäßig erwarb. Zumindest so lange, wie es die Zeitschrift gab. Ende 2005 wurde die Zeitschrift ersetzt durch den Nachfolger „Viva!„, der dann, genau habe ich das nicht mehr im Kopf, einfach eingestellt wurde. Aus gleichem Hause gab es bereits 2003Für jeden Tag„, die ich seit der Erstausgabe sammle – auch wenn sich der größte Teil mittlerweile im hoffentlich trockenen Keller befindet.

Kommen wir nun zu „deli“ einer neuen Kochzeitschrift von „essen & trinken„, die auch die „Für jeden Tag“ zu verantworten haben. Letzte Zeitschrift ist mittlerweile in die Jahre gekommen, das Format ist nicht über sich hinausgewachsen, könnte man sagen. Tim Mälzer in nun jedem Heft wirkt mit der Zeit auch eher ermüdend als erfrischend. Aber gut, die Ausbeute an Rezepte liegt nach wie vor um die 10 bis 15 Prozent, was ich als ordentlich bezeichnen würde. Was ich von der fast DIN-A4 großen deli halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Die Rezepte sind auf denn ersten Blick ordentlich, solide, nichts kompliziertes. Dazu noch ein paar Storys, Einkaufstipps und Ausgehempfehlung für Berlin – in einem Magazin, das aus Hamburg kommt.

Ein wenig wirkt deli, als richte sich die Zeitschrift an die Generation Hipster – wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die kochen. Ob und wie lange sich die Zeitschrift halten wird, muss man sehen. Auf jeden Fall ist sie eine angenehme Alternative zu dem, was sonst so an „Literatur“ in dem Genre vertreten ist: Zeitschriften, die sich vornehmlich an Hausfrauen oder Landadlige richten, Gerichte mit viel Hack oder unbezahlbarem Wild.

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