Tote Despoten

Eine offizielle Führerscheinprüfung für angehende Despoten gibt es, selbst in Nordkorea, nicht. Von daher ist nicht bekannt, ob der Sohn des nun verstorbenen Kim Kong Il sich wirklich als Diktator des Landes eignet.
Auch wenn insbesondere in den Nachbarländern jetzt die Angst umgeht, so dürfte trotz aller Unwägbarkeiten eines fest stehen: für das Volk von Nordkorea wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern, und wenn dann eher zum Schlechteren. Um die politische Situation in Nordkorea genau beurteilen zu können, fehlt mir ehrlich gesagt das Fachwissen – einen Umstand, der auf die meisten Kommentatoren derzeit zutrifft, da nur die wenigsten selber mal in dem nahezu hermetisch abgeschlossenen Land zu Besuch waren.

Nordkorea grenzt sich aus, grenzt sich ab vom Rest der Welt. Droht mit seinen Atomwaffen, um Hilfslieferungen zu erpressen. Mit den Hilfslieferungen werden dann die Menschen im Land beglückt, damit das Regime sich weiter an der Macht halten kann. Trotz aller Brutalität nützt es keinem Diktator, alle Einwohner zu ermorden und in Lager zu verschleppen, der er will schließlich bewundert und bejubelt werden.

Was mich an der ganzen Sache beschämt, ist die Art und Weise, wie in der Welt über das Leiden der Menschen in Nordkorea hinweggesehen wird. Das Land ist so bitterarm, dass sich jede Art von Intervention nicht zu lohnen scheint. Vielleicht kommt auch noch die Angst vor der militärischen Stärke dazu. Fakt ist, dass Nordkorea ein Land mit dem Rücken zur Wand ist. Es gibt wirklich nichts was die Menschen, bis auf das nackte Leben, dort zu verlieren haben. Solche Verzweiflung macht gefährlich. Mit man den Menschen im Land helfen will, dann geht dies möglicherweise nur mit finanziellen Mitteln. Militärisch wird sich auch ein Kim Jong Un nicht beeindrucken lassen. Mit Sicherheit ist er aber käuflich, wenn der Preis stimmt.

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