Unwissenheit und Segen

Auch wenn ich noch längst nicht fertig bin mit meinem Roman, fang ich hier und da schon mit der Recherche an. Bei einigen Szenen, die noch zu schreiben sind, ist es auch unabdingbar, mehr zu wissen. Ansonsten gelingt eine glaubwürdige Beschreibung nicht.

Bedingt durch Handlung und Stoff stoße ich dabei immer weiter in Bereiche vor, wo mir streckenweise ganz anders wird. Der geneigte Leser mag sich eine Szene vorstellen, bei dem eine Gruppe von Attentätern Abschiedsvideos von sich dreht. Jetzt fügen wir da noch etwas religiösen Fanatismus zu. Und dann versucht man mal darüber was im Internet zu finden.

Mittlerweile warte ich nur noch auf den Moment, wo ein Sondereinsatzkommando durch die Tür hereingestürmt kommt und ich brülle „Ich schreib nur ein Buch“. Zumindest kann ich dann beim nächsten NaNoWirMo-Roman glaubwürdig die Stürmung einer Wohnung beschreiben.

Gut Scherz beiseite. Manche Dinge, die ich mittlerweile weiß, wusste ich vorher nicht. Damit habe ich mich auch ganz gut gefühlt, glaube ich. Was es in Deutschland für Gruppierung gibt, ist ziemlich erschreckend. Das was aktuell die Zeitungen füllt, ist nur ein ganz kleiner Teil. Es ist auch beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit wir wieder Meldungen vergessen. Wobei ich im Falle des konvertierten Boxers sagen muss, dass ich von dem noch nie gehört hatte bis heute.

Je weiter man in eine ganz bestimmte Richtung sucht, desto mehr findet man auch an Stellen, wo man es nicht für möglich gehalten hätte. Videos bei Youtube, die offen zum bewaffneten Kampf aufrufen, sind nur die Spitze des Eisberges.

Mich stellt das vor ein ernsthaftes Problem. Nicht, ob ich darüber schreibe, sondern, wie ich mit der Gewichtung unterschiedlicher Handlungsstränge in meinem Krimi umgehen will. So viele Vorteile das Genre auch hat, einen Fantasy-Roman zu schreiben ist in gewisser Hinsichtlich wesentlich unbedenklicher.

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