Tagebuch eines Serienmörders

Tagebuch eines Serienmörders

Mir bleibt zum Glück deutlich mehr als eine Stunde Zeit für meinen neuen Kurzkrimi. Da ich vom Umfang her etwas mehr Spielraum habe als bei den bisherigen Wettbewerben und mir etwa 20 Normseiten als Ziel vorgenommen habe, kann ich mich entsprechend intensiver mit der Vorgeschichte der Figuren auseinandersetzen.

Wenn man als Autor mehr Platz zur Verfügung hat, kann man sich vom Grundsatz her entweder für mehr Handlung oder für mehr Hintergrund entscheiden. Gerade die zeitliche Vorgabe bietet spannende Möglichkeiten, den Leser geradezu durch die Geschichte zu treiben. Je länger ich mich aber mit meinem Plot auseinandersetze, desto deutlich wird mir, wo ich gerne de Schwerpunkt setzen möchte. Mir ist wichtig, dass der Leser die Figuren versteht, dass er ihre Motive nachvollziehen kann – auch die des Mörders. Zudem lege ich auch Wert drauf, dass mir möglichst wenig logische Fehler unterlaufen. An bestimmten Stellen im Text hinterfrage ich daher, ob die entsprechende Figur gerade wirklich so handeln würde oder ob ich ihr etwas als Autor aufzwingen, was ihr eigentlich widerspricht.

An einer Stelle wird es vermutlich vor einem Aufzug ein Schild geben „Außer Betrieb“. Auf so ein Schild kann man unterschiedlich reagieren. Man zuckt nur mit den Schultern und benutzt die Treppe oder aber man drückt trotzdem auf den Knopf. Schließlich könnte das Schild da auch nur versehentlich vergessen worden sein.

Krimikorkwand


Im Frühjahr hatte ich schon mal einen Krimi geschrieben, der die Handlung aus drei verschiedenen Perspektiven zeigte. Genauso werde ich diesmal auch vorgehen, wie man an meiner Korkwand sehen kann. In den insgesamt zehn Szenen gibt es einen Wechsel zwischen Antagonist, Opfer und Protagonist. Dabei wird die Handlung wie ein Staffelstab von einer Szene in die nächste weiter gereicht – das ist ein Versuch, auf diese Weise Spannung aufzubauen. Die Lücke, die so entstehen, muss der Leser nur auf den ersten Blick selber füllen. Tatsächlich sieht er den Fortgang nach dem Wechsel der Szene durch die Augen einer anderen Figur.

One Reply to “Tagebuch eines Serienmörders”

  1. Hallo tboley,
    ich bin selbst Hobbyautor und hab mich gerade durch deinen Post gelesen.
    Die Idee finde ich sehr spanndend und gut durchdacht.
    Viel Erfolg,
    Philipp.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren