Von der Zeit überholt

Nun also doch. Fast eine Jahr nach dem 21 Menschen bei der Loveparade zu Tode gekommen sind, hört man von Duisburgs Oberbürgermeister so etwas wie eine Entschuldigung. Er übernehme die „moralische Verantwortung“ heißt es.

Drüben im Pottblog findet Jens Matheuszik vier eindeutige Worte dazu:

351 Tage zu spät!

Genau so ist es. Bei der Berichterstattung in der Zeitung ist mir heute aufgefallen, dass wieder von der „Loveparade-Katastrophe“ die Rede ist. Was Bitteschön ist daran eine Katastrophe? Eine Katastrophe wird allgemein als „Naturereignis mit verheerenden Folgen“ definiert. Das was im vergangen Jahr in Duisburg passiert ist, war kein Naturereignis. Es war etwas, was wohl maßgeblich durch erhebliches menschliches Fehlverhalten verursacht wurde. Die Veranstaltung hatte aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt werden dürfen und wurde wider besseren Wissens trotzdem genehmigt. Ich bin nun wirklich kein Jurist, aber in dem Zusammenhang würde ich nicht von Katastrophe sondern von fahrlässiger Tötung sprechen.

Das sich Adolf Sauerland immer noch im Amt hält, trotz der erheblichen Proteste gegen ihn, erscheint unglaublich. Der Mann ist doch längst von der Zeit und den Ereignissen überholt. Er wirkt wie ein Saurier, der nur noch nicht gemerkt hat, dass seine Zeit abgelaufen ist. Das Einzige, was ihm noch zu tun über bleibt, wäre ein Rücktritt.
Auf der Titelseite des Kölner Stadt-Anzeigers konnte man ähnliches heute lesen. Zwei Schlagzeilen, die beabsichtigt oder un­be­ab­sich­tigt, gut zueinander passten.

Duisburgs OB zeigt späte Reue

Wurde durch

Der Saurier war ein Sauerländer

ergänzt.

Der Saurier


Im zweiten Artikel hing es allerdings nicht um die Loveparade und Duisburg, sondern um den Fund eines scharf gezackten Sägezahns „in einem Steinbruch bei Balve im Sauerland“, wie der KSA schrieb.

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