Der letzte Wille des Kaisers II

Der erste Teil der Exposé-Übung endet an der Stelle, als Claudia in der Hütte auf den jungen Korsen trifft. Schauen wir mal, wie es weiter geht.
„Während beide noch darüber rätseln, ob es tatsächlich Napoleons Geist gewesen ist, der sie besucht hat, klopft es an der Tür. Vor ihnen steht Napoleon Bonaparte in Fleisch und Blut. Während die beiden noch überrascht sind, dringen vermummte Männer in die Hütte ein. Der vermeintliche Napoleon ist in Wirklichkeit ein korsischer Separatist, der ein unabhängiges Korsika durchsetzen will. Ein Schlüssel dazu ist das geheim gehaltene Testament von Napoleon Bonaparte. In dem ist verfügt, dass Korsika seine Unabhängigkeit erlangt, wenn sich die Knochen des Kaisers wieder in seiner Heimat befinden. Claudia fragt den Anführer, was sie mit der ganzen Sache zu tun hat. Sie bezweifelt auch, dass die französische Regierung sich drauf einlassen wird, die Gebeine Napoleons zu überführen und gleichzeitig Korsika zu verlieren. Der als Napoleon verkleidete Anführer beschreibt Claudia daraufhin ein altes Gemälde, was sich schon lange im Besitz von Claudias Familie befindet. Das Gemälde ist in Wahrheit eine Urkunde, aus der eindeutig hervorgeht, dass Elsas-Lothringen auf Ewig deutsches Territorium sei. Würde diese Dokument veröffentlicht, wäre das für das Ansehen der Grande Nation ein wesentlich größer Schaden als der Verlust von Korsika. Der junge Korse soll daher das Dokument / Gemälde von Claudias Familie beschaffen. Solange das Gemälde noch nicht übergeben worden sei, dürfe Claudia die Gastfreundschaft der Korsen selbstverständlich genießen. Claudia ist entsetz aber machtlos und muss sich ihrem Schicksal fügen.

Der junge Korse reißt mit einem Brief, den Claudia gezwungen wurde zu schreiben, nach Deutschland. Von der Sache ist ist er selber nicht überzeugt, seine Familie steht den separatistischen Bestrebung auch kritisch gegenüber. Er hat sich aber in der nur kurzen Zeit in Claudia verliebt und hofft, sie dadurch retten zu können. Genau aus diesem Grund hat der Anführer ihn auch ausgewählt. Falls der Plan aus irgendwelchen Gründen scheitern sollte, wäre der junge Korse genau wie seine Familie nicht nur entbehrlich, sondern könnte zudem auch nur eine wirre Geschichte über Napoleons Geist erzählen. Der Familie von Claudia bleibt nichts anders über, als sich den Erpressern zu beugen, die ihre einzige Tochter entführt haben. Der junge Korse hat aber bereits beschlossen, den noch ahnungslosen Eltern von der wahren Bedeutung des Bildes zu erzählen.

Claudias Vater, ein ehemaliger Diplomat, nimmt Kontakt zur Bundesregierung auf. Dort wird beschlossen, dass nur zum Schein auf die Forderung der Korsen eingegangen werden darf. Die Möglichkeit, Elsas-Lothringen wieder in Besitz zu bringen, ist zu verlockend und darf auf keinen Fall verspielt werden. Ein Team der GSG-9 macht sich auf den Weg, zusammen mit dem jungen Korsen Claudia zu befreien. Währenddessen waren die Separatisten nicht untätig. Der Verrat des jungen Korsen und die Entsendung eines Befreiungskommandos war eingeplant. Claudia wird an einen entlegenen Ort in die Berge gebracht. Gleichzeitig informiert der unechte Napoleon den französischen Geheimdienst. Auch dort spielt er ein falsches Spiel und behauptet, es ginge ihm nur um die Gebeine Napoleons, die auf Korsika beigesetzt werden sollen. Von dem letzten Willen des Kaisers erzählt er nichts.

Als das deutsche Team an der Hütte, wo sie Claudia vermuten, eintrifft, werden sie bereits von einer Spezialeinheit der französischen Armee erwartet. Es kommt zu einem Schusswechsel. Dem jungen Korsen gelingt es in dessen Verlauf, sich abzusetzen. Er hat eine Vermutung, wo Claudia inzwischen gefangen gehalten wird. Zusammen mit einem Jungen aus seinem Dorf war er früher oft in den Bergen. Dieser ehemalige Freund ist ausgerechnet der Sohn des falschen Napoleons. Auf Grund des Zwischenfalls zwischen den beiden Einheiten stehen Deutschland und Frankreich kurz vor dem Krieg. Alle Bündnisse und Gemeinsamkeiten sind vergessen. Die korsischen Separatisten scheinen am Ziel zu sein. Nur noch Claudia und der junge Korse können die Sache aufklären und den Krieg verhindern. Alles hängt davon ab, dass der Korse Claudia rechtzeitig findet, bevor das Schiff mit den Knochen von Napoleon den Hafen von Korsika erreicht.

Während sich der falsche Napoleon bereits auf die Machtübernahme in Korsika vorbereitet, gelingt es dem jungen Korsen, Claudia zu befreien. Sie informieren umgehend Claudias Familie. Claudias Vater gelingt es, wieder in Besitz des Familienstücks zu kommen. Umgehend verbrennt er das Bild. Nach dem die französische und deutsche Regierung von den Plänen des falschen Napoleons erfährt, werden die Kriegsvorbereitungen gestoppt. Die beiden Länder vertragen sich wieder, als das „Missverständnis“ aufgeklärt wird. In der Presse wird der Schusswechsel als gemeinsame Befreiungsaktion der deutschen und französischen Kräfte ausgegeben.

Der falsche Napoleon sieht, wie das Schiff mit den Gebeinen kurz vor dem Hafen kehrt macht. Immer noch hat er das Testament des Kaisers in seinem Besitz. Er beschließt, sich vorläufig geschlagen zu geben. Mit Hilfe seiner Geisel glaubt er immer noch ein Ass im Ärmel zu haben. Zurück in den Bergen muss er feststellen, dass Claudia nicht mehr in der Hütte ist. Diese Hütte wird zum Schluss auch seine Falle, da sie von deutschen und französischen Einheiten umstellt wird, die gemeinsam mit einem Kamerateam von arte die Befreiung von Claudia fürs Fernsehen nachstellen wollen. Der falsche Napoleon tritt in den Kleidern des Kaisers vor die Hütte und ergibt sich. Claudia heiratet nicht nur den jungen Korsen, sondern beschließt auch, wie ihr Vater in den diplomatischen Dienst zu gehen. Allerdings nicht für Deutschland oder Frankreich, sondern für Europa.“

Das Exposé hat viele kleinere und auch ein paar große Macken. Ich hab es einfach so runter geschrieben, wie es mir in den Kopf kam. Wer das Buch und das ursprüngliche Exposé kennt, wird sehen, dass ich mich insbesondere im zweiten Teil sehr stark von der Vorlage gelöst habe. Aus der dahinter steckenden Idee lässt sich bestimmt noch was machen – viel eher als aus der Geister-Geschichte, wie ich finde.

Die nächste Übung im Buch wird eine noch größere Herausforderung werden, da es diesmal kein Exposé gibt, was man verbessern soll. Man wird aufgefordert, sich eine historische Person vorzunehmen und über sie zu schreiben. Im Fokus dabei soll stehen, was diese Person ausgezeichnet hat. Für das Exposé die Vorgabe, sich nur auf den Teil der Geschichte zu konzentrieren, der mit den besonderen Eigenschaften der Person zu tun hat und alle anderen Ereignisse wegzulassen. Mein Figur habe ich dafür schon (einen bekannten Politiker aus Köln). Mal sehen, was sich daraus ergibt.

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